Veranstaltungen

03.04.2017
Regionaltreffen Ost in Berlin

Heute soll es um die Risiken gehen die uns im beruflichen Alltag begegnen, welche Haftung daraus erwächst und diese begrenzt werden kann.

Das Umgehen mit schwerem Equipment, das Anbringen von Beleuchtung oder Kameras an unfallträchtigen Stellen oder Klettern mit der Kamera, es gibt viele Gelegenheiten bei denen es zu Zwischenfällen kommen kann. Wir hoffen immer, daß alles gut geht. Wir glauben auch das Risiko einschätzen zu können. Wir haben ja Erfahrung damit...

Aber was ist, wenn doch etwas Unvorhergesehenes geschieht? Das braucht kein Unfall sein. Es kann auch das Vergessen eines Schalters sein was das Material unbrauchbar macht.
Was ist mit Fahrzeiten nach einem langen Drehtag und wie gehe ich mit einem Unfall um der mich daran hindert eine Drehreise anzutreten. Wobei nicht der Unfall an sich gemeint ist (ich hoffe da hat jeder durch eine Unfallversicherung vorgesorgt die auch den Verdienstausfall kompensiert) sondern der Ausfall der Arbeitskraft der der Produktion entsteht.

Jeder kennt zahlreiche Risiken denen wir uns aussetzen (müssen). Diese Risiken bedingen im Schadensfall eine Haftung für die entstandenen Einbußen.

Wer übernimmt sie?

Erfahrene Kollegen hören schon beim ersten Telefongespräch vor der Buchung anhand von Drehorten oder Arbeitszeiten die Risiken heraus.
Nimmt man doch an?


Wir arbeiten freiberuflich, als Soloselbständige, als Festangestellte oder als "12a-Beschäftigte" (nach §12a Tarifvertragsgesetz), also auf Lohnsteuerkarte.

Bei abhängig Beschäftigten die auf Lohnsteuerkarte abgerechnet werden wird das Risiko zum großen Teil vom Arbeitgeber übernommen. Stichwort: Berufsgenossenschaft.
Außerdem trägt hier der Arbeitgeber wie bei fest Angestellten seinen Teil zur Krankheits- und Altersvorsorge.

Rechnungssteller gelten als selbständig und übernehmen die Haftung für Fehler die bei ihrer Tätigkeit entstehen.
Wenn die nicht eingerastete Kamera vom Stativ kippt oder meine Tonangel eine wertvolle Vase zu Bruch gehen läßt werde ich vom Besitzer der Kamera (Verleiher oder EB-Dienstleister) bzw. der Vase in Regress genommen.
Nicht ganz außen vorlassen sollte man auch andere Rechtsformen wie Urheber- und Persönlichkeitsrechte die verletzt werden könnten.

Man kann, oder besser: man sollte sich gegen diese Risiken absichern.

Die Risiken vor Beginn der Produktion abzuchecken (Genehmigungen, Arbeitszeiten, Geräte, Sicherheitsausrüstung, etc.) hilft sicherlich, kann sie aber nur minimieren und nicht eliminieren.

Die Haftung bleibt uns erhalten und sollte sich demnach auch im Honorar abbilden!

Der Auftraggeber spart bei den Scheinselbständigen nicht nur die Sozialabgaben sondern beteiligt sich auch nicht an der Absicherung der arbeitstechnischen Risiken.

Dies ist einer von vielen Gründen warum der BVFK dieses Jahr seinen Aufgabenschwerpunkt auf die Honorare gelegt hat.

http://94.199.241.190/bvfk_folder/files/Presse%20/Pressemappe_Honorare/BVFK_Honorarstandards%20f%C3%BCr%20Kameraleute-September-2016.pdf

Wir sind gespannt auf Eure Erfahrungen.

 

 

 

Noch eine Information zum Thema Honorare im E-Kamerabereich:

Die Rahmenvereinbarung mit Studio Berlin Adlershof aus dem Jahr 2011 ist gekündigt. Die darin vereinbarte Vergütung hat keinen Bestand mehr.

Jedes Honorar muß also neu verhandelt werden!

Die Aufkündigung der damals geschlossenen Vereinbarung war notwendig weil schon länger nicht mehr zeitgemäß. Zudem wird damit die Aufmerksamkeit für unsere Honorarinitiative befördert.

http://94.199.241.190/bvfk_folder/files/Presse%20/PM_Honorarstoerung_130317.pdf