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KOMMUNIQUÉ ZUR SITUATION DER EB-KAMERALEUTE

Kommuniqué zur Situation der EB-Kameraleute

Berlin, Januar 2019

 

Die Situation der EB-Kameraleute hat sich in den letzten Jahren entschieden verschlechtert.

Laut Nominallohnindex müssten die Tageshonorare mittlerweile bei deutlich über 500,00 EUR liegen. Die Honorarentwicklung der letzten 20 Jahre hat sich in keinster Weise den Lebenshaltungskosten der heutigen Zeit angepasst.

Das ist inakzeptabel!

Die Arbeitsbedingungen sind schlechter geworden: Es wird immer mehr Bildmaterial in immer weniger Zeit gefordert, in der aktuellen Berichterstattung gibt es häufig nur noch 1-Personen-Teams. Die Ansprüche der Kunden und die Aufgabenvielfalt der Kameraleute sind stark gestiegen.

Das ist eine enorme Mehrbelastung!

Altersvorsorge ist weitgehend nicht möglich. Vorsorge zu betreiben setzt voraus, diese in das Honorar auch einzukalkulieren. Im Zweifelsfall bekommt der den Auftrag, der keine Vorsorge betreibt.

Das ist unhaltbar!

Kameraleute sind Fachkräfte. Sie haben eine gute Ausbildung und sind diejenigen, die die Bilder gestalten - durch Kreativität, gepaart mit umfangreichen fotografischen und technischen Kenntnissen. Eine kontinuierliche Weiterbildung zur Sicherung des geforderten hohen Qualitätsstandards ist notwendig, derzeit von den Kameraleuten aber nicht immer zu finanzieren.

Das wird der Branche im internationalen Vergleich großen Schaden zufügen!

EB-Kameraleute haben besondere Fähigkeiten und Kenntnisse. Sie müssen sich jederzeit schwierigen und besonderen Drehsituationen anpassen. Es ist nicht einzusehen, dass EB-Kameraleute in der Regel deutlich weniger Honorar bekommen als E-Kameraleute.

Es darf in dieser Hinsicht kein Unterschied gemacht werden!

Ein wichtiges Merkmal der Selbstständigkeit ist die Verhandlungsfreiheit. Es fand seit fast zwei Jahrzehnten keine Honoraranpassung mehr statt. Erheblich gestiegene Lebenshaltungskosten, Rücklagen zur Kompensation von Ausfallzeiten durch Krankheit und Aufbau einer Altersabsicherung sind für freie Kameraleute nicht mehr zu kalkulieren.

Das ist sozialrechtlich bedenklich!

Der BVFK unterstützt die Initiative der EB-Kameraleute, in einer gemeinschaftlichen bundesweiten Aktion die Tageshonorare schrittweise den realen Gegebenheiten anzupassen! Alle Kamerakolleginnen und Kamerakollegen, deren Tageshonorar unterhalb von EUR 320.- liegt, werden in Kürze all ihren Auftraggebern ein persönliches Schreiben übermitteln, die Honorare ab dem 01.04.2019 anzupassen.

Das ist ein erster Schritt!

Wir lieben unseren Beruf, müssen aber auch davon leben können!

 

Siehe dazu auch unsere Pressemitteilung