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ZDF ZÖGERT EINTRITT IN VERGÜTUNGSVERHANDLUNGEN HINAUS

UrheberAllianz Film & Fernsehen          

P r e s s e m i t t e i l u n g                 

München, 6. Februar 2019              

 

UrheberAllianz moniert: ZDF zögert Eintritt in Vergütungsverhandlungen hinaus
RTL zahlt an Bildgestalter - ProSiebenSat.1 beteiligt auch Editoren - das ZDF ziert sich!

Kurz vor der Berlinale, wo Filmwerke gefeiert werden, appelliert die UrheberAllianz an das ZDF, über urheberrechtlich gebotene Folgevergütungen für Leistungen in den Bereichen Kamera, Schnitt, Szenenbild und Kostümbild zielorientiert zu verhandeln. Zwar habe es einen ersten Gesprächstermin mit dem ZDF gegeben, allerdings sei klar geworden, dass der Sender den Abschluss verbindlicher Gemeinsamer Vergütungsregeln (GVR) mit den Verbänden möglichst vermeiden will. 

Während die beiden privaten Sendergruppen ProSiebenSat.1 und RTL/VOX mit anderen Filmurheberverbänden neben der Regie Gemeinsame Vergütungsregeln verhandelt und abgeschlossen haben, schlägt das ZDF bislang konkrete Verhandlungen mit den Verbänden der UrheberAllianz aus - und ist nur zu sporadischen und bisher nicht weiterführenden „Gesprächen“  bereit. Nach dem Auftrag des Urheberrechtsgesetzes sollen die Verbände von Urhebern aber für ihre Berufsgruppe jeweils Verhandlungen mit Werknutzern wie dem ZDF führen, um verlässliche Folgevergütungsmodelle zu entwickeln und Rechtssicherheit für die Nutzer zu schaffen. Nach Bundesverfassungsgericht und Bundesgerichtshofs sind Urheber an allen Werknutzungen angemessen zu beteiligen.

Katrin Simonis, rechtliche Beraterin des Verbands der Berufsgruppen Szenenbild und Kostümbild stellt fest: „Ohne die visuellen Werkschöpfungen der Szenen- und Kostümbildner, der Kinematografen und der Editoren bliebe die Leinwand finster und der Bildschirm schwarz. Eindrucksvolle Filme sind eben keine Hörspiele, sondern leben von den mit kreativen Ideen und großem künstlerischen Können geschaffenen Filmbildern.“

„Es kann nicht sein, dass die Öffentlich-Rechtlichen viele Millionen Euro von der KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) für urheberrechtliche Vergütungen erhalten haben, bei unseren Berufsangehörigen aber nichts davon ankommt“, ergänzt Silke Spahr, Geschäftsführerin des Bundesverbands Filmschnitt Editor.

Michael Neubauer, Geschäftsführer des Berufsverbands Kinematografie, stellt fest: „Mit dem Verband der Drehbuchautoren und dem Regieverband hat das ZDF verhandelt und konkrete Vereinbarungen abgeschlossen. Mit der UrheberAllianz aus BVK, BFS und VSK will man bislang nicht einmal in Verhandlungen zu GVR eintreten. Das ZDF hält unsere Verbände hin. Während private Fernsehsender Abschlüsse mit zahlreichen Verbänden zustande gebracht haben, behauptet das ZDF gegenüber der UrheberAllianz, es gebe keinen Verhandlungsbedarf. Das ist falsch. Auch das ZDF wiederholt seine Produktionen zum großen Teil deutlich häufiger als mit der Grundvergütung abgegolten sein kann.“                                                     

Seit 2002 haben Urheber einen gesetzlichen Anspruch auf angemessene Vergütung und weitere angemessene Beteiligung an den Erträgen und sonstigen Vorteilen aus der Nutzung ihrer Filmwerke. Die UrheberAllianz sieht auch die öffentlich-rechtlichen Sender in der Pflicht, mit den repräsentativen und ermächtigten Urheberverbänden Gemeinsame Vergütungsregeln zu verhandeln und abzuschließen. Im Gegensatz zur Einheitsgewerkschaft ver.di, mit der die ARD-Anstalten seit über drei Jahren fruchtlos verhandeln, sind die Verbände der UrheberAllianz für die kreativen Berufsgruppen repräsentativ - und von über 1000 Filmurhebern wirksam ermächtigt, Kollektivverträge - wie etwa GVR - zu verhandeln. Über derartige Gemeinsame Vergütungsregeln lassen sich urheberrechtlichen Folgevergütungen sowohl für die auf Produktionsdauer beschäftigten Miturheber/-innen wie auch für die zahlreichen selbständig Tätigen bei Kamera, Schnitt, Szenen- und Kostümbild regeln. Leider ist der Wille, das gesetzlich Gebotene kooperativ umzusetzen, bei den öffentlich-rechtlichen Sendern - wie etwa dem ZDF - nicht erkennbar.

Die UrheberAllianz Film & Fernsehen appelliert an die Verantwortungsträger in den Gremien der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und an die Politker*innen, das Urheberrecht endlich ernstzunehmen und umzusetzen und für angemessene Vergütungen der Urheber*innen zu sorgen!                                                                                  

 

UrheberAllianz Film & Fernsehen                                                                                                                                                  

 

B F S - Bundesverband Filmschnitt Editor e.V.

B V K - Berufsverband Kinematografie e.V.

V S K - Verband der Berufsgruppen Szenenbild und Kostümbild e.V.