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CORONAVIRUS

Coronavirus – Veranstaltungsabsagen – Kameraleute

… und Fragen über Fragen

Die derzeitige Diskussion um das Coronavirus hat auch den BVFK erreicht. In den vergangenen Tagen landeten zahlreiche Fragen von Kolleginnen und Kollegen in der BVFK- Geschäftsstelle und beim Vorstand zur aktuellen Situation an, die von Veranstaltungsabsagen, entfallenden Fernsehsendungen mit Publikumsbeteiligung und den damit verbundenen Unsicherheiten für den Berufsstand der Kameraleute geprägt ist. Im Focus stand dabei vor allem der Umgang mit kurzfristigen, aus solchen Ereignissen resultierenden, Vertragsveränderungen.

• Gibt es Honorarersatz-Ansprüche?

• Was ist bei Veranstaltungsabsagen, die ich nicht beeinflussen kann und für die ich aber gebucht bin?

• Was ist, wenn ich selber einen Auftrag stornieren möchte aufgrund der Gefahrenlage?

Es gibt im Grunde keinen Honorar-Ersatzanspruch, wenn man als selbstständig Tätige/er aufgrund einer geänderten Gefahrenlage, selbst eine Produktion absagt. Bei Freibeschäftigten kommt es auf die genauen Vereinbarungen und vor allem auf die allgemein bewertete Gefahrenlage an.

Freie Kameraleute können jedoch nicht aufgefordert oder genötigt werden, sich selbst in Gefahr zu bringen.

Arbeitnehmer müssen sich auf die gesetzliche Fürsorgepflicht ihres Arbeitgebers verlassen und gegebenenfalls auch das Gespräch suchen. Diese Fürsorgepflicht ist bitte auch zu beachten, wenn Kameraleute selbst –  zum Beispiel gegenüber ihren Assistenten/innen – Arbeitgeber sind.

Wir raten dringend zu folgendem Vorgehen:

• Mit den Auftraggebern sprechen und diese Absprachen schriftlich festhalten.

• Ausfallhonorare regeln – entweder mit generellen Absagefristen (z. B. 48 Std.) oder auch im Besonderen für Absagen wegen des Coronavirus. Letzteres ist zu empfehlen bei langfristiger oder vorausschauender Beauftragung z.B. für Veranstaltungen.

• Um nicht selbst in Gefahrensituationen geschickt, und vielleicht selbst für Drehausfälle in Haftung genommen zu werden, die Möglichkeit der Absage am besten in den Gefährdungsbeurteilungen regeln, da diese den aktuellen Gegebenheiten angepasst sein müssen. Das gilt vor allem für abgeschlossene Rahmen- oder Werkverträge. Ein entsprechender Zusatz in den AGB ist auch möglich, aber nur bei Neubeauftragung zu empfehlen und nicht für bereits abgeschlossene Verträge. 

• In Fällen von angeordneter Quarantäne oder offiziellen Empfehlungen der Bundesregierung (z. B. bei Auslandsreisen), kann in gewissen Fällen durch den Auftraggeber Schadensersatz vom Gesundheitsamt in Anspruch genommen werden, wenn er Honorare bereits gezahlt hat.

Weiteres zu Corona auf unserer Sonderseite:

https://www.bvfk.tv/corona

 

Der BVFK hat außerdem folgende Links zusammen gestellt:

https://www.openpetition.de/petition/online/hilfen-fuer-freiberufler-und-kuenstler-waehrend-des-corona-shutdowns

https://www.vgsd.de/corona-virus-auch-selbststaendige-und-freiberufler-werden-bei-quarantaene-entschaedigt/

https://www.kulturrat.de/presse/pressemitteilung/corona-pandemie-kulturrat-fordert-notfallfonds-fuer-kuenstlerinnen-und-kuenstler/

https://www.swrfernsehen.de/marktcheck/Corona-Virus-Folgen-fuer-Angestellte-und-Freiberufler-Wer-zahlt-bei-Quarantaene,coranavirus-quarantaene-rechte-arbeitnehmer-freiberufler-100.html

Natürlich ist dem BVFK  klar, dass die Fragen zu dem brisanten Thema Corona so schnell nicht aufhören werden, sondern eher mit einer weiteren Verschärfung der Situation noch zunehmen oder differenzierter werden können. 

Wir möchten deshalb an dieser Stelle auf den nächsten BVFK-Fix-Day verweisen. Dort können, wie natürlich auch immer über die Geschäftsstelle, Fragen zum Thema im Rahmen der Telefonsprechstunde des Vorstandes stellen.

Der nächste BVFK-Fix-Day findet statt:

23. März 2020, in der Zeit von 9:00 bis 13:00 Uhr. Kontakt ist die Nummer der BVFK-Geschäftsstelle +49-30-208 47 64 50.

Wir wünschen allen die denkbar beste Gesundheit!

Der BVFK