Newsletter 01/2013


Liebe Mitglieder, Freunde und Interessenten des BVFK! !

Das neue Jahr ist erst wenige Tage alt, viele haben ein paar ruhige Stunden über Weihnachten und den Jahreswechsel hinter sich. Nun geht der Alltag wieder los und somit auch das Verbandsleben. Über die aktuellen Ereignisse wollen wir mit diesem Newsletter informieren:  




RÜCKBLICK

  Gemeinsame Info-Veranstaltung von BVFK und ver.di Filmunion in Köln

  Info-Veranstaltung zur BVFK-Zertifizierung in München

EINBLICK

   Mehrwertsteuer: 7% jetzt auch von Pro 7/ Sat 1 gefordert 

   Tendenz zur Arbeitnehmer-überlassung (AÜ)


AUSBLICK

   Mitgliederversammlung 2013

   Weitere Termine




RÜCKBLICK


Gemeinsame Info-Veranstaltung von BVFK und ver.di Filmunion in Köln

Unter dem Motto „Mediengestalter Bild und Ton ... und was nun?“ luden der BVFK und die Filmunion in ver.di gemeinsam zu einer Info-Veranstaltung in Köln ein. Im Vordergrund stand, den Nachwuchs über die Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen in unserer Branche aufzuklären und über die besonderen Anforderungen, wie Versicherungen, Arbeiten auf Lohnsteuerkarte oder Rechnung, persönliche Anforderungen und vieles mehr zu informieren.
 
Neben Volker Rodde, der auch seine Räume zur Verfügung stellte, war das Podium u.a. mit Senior Editor André Hartmann, Produzent und VFFV-Vorstand Konstantin von Ahlefeld sowie Unterwasser-Kameramann Stefan Nowak besetzt. Weit über 40 Mediengestalter, teils mitten in ihrer Abschlussprüfung, aus Köln und dem Ruhrgebiet hatten vor allem Fragen nach Honorarhöhen und Empfehlungen, wie man sich bei Dumpingangeboten verhalten soll, wenn die eigene Auftragslage eher mau ist. Überhaupt war eine zentrale Frage: Wie kommt man eigentlich an Jobs?
 
Deutlich wurde den jungen Teilnehmern im Laufe des Abends, dass es mit der Ausbildung zum Mediengestalter alleine nicht getan ist, sondern vielmehr Ausdauer, Flexibilität und Lernwille zum Erfolg führen.


Info-Veranstaltung zur BVFK-Zertifizierung in München

Nach rund zweijähriger Vorbereitung der BVFK-Zertifizierung, die auf der Mitgliederversammlung zur Abstimmung gestellt wird, finden bundesweit Info-Veranstaltungen statt, um über Ablauf und Durchführung der Zertifizierung sowie den Nutzen und die daraus entstehenden Vorteile zu informieren. Den Auftakt machte München, weitere Veranstaltungen in Frankfurt und Köln finden in diesen Tagen statt.
 
Bei den anwesenden Teilnehmern in München stieß die geplante Zertifizierung auf rege Zustimmung. Man sehe lediglich die Gefahr, was passiert, wenn ein BVFK-zertifizierter Kameramann die Anforderungen seines Auftraggebers nicht erfüllt und dadurch ein Problem für den Verband entstehen könnte. Der anwesende Geschäftsführer des Berufsverbandes Kinematografie (BVK) antwortete auf die Frage, wie dieses Problem beim BVK gehandhabt werde, dass dies wie bei Zahnärzten sei: sie wären ebenso in einem Verband, könnten aber manchmal besser und manchmal schlechter bohren. Beim BVK gäbe es keine Zertifizierung, aber 7 Vorstände schauen sich die Unterlagen des Bewerbers an. Die jeweilige  Reputation und Arbeitsproben bilden hier die Entscheidungsgrundlage. 2 Bürgschaften müssen vorliegen, die auch Hand und Fuß haben. Man kann immer auf einen schlechten Bewerber reinfallen – oder ein guter Bewerber kann mal einen schlechten Tag haben.
 
Weiter wurde ausgeführt, dass es nicht nur darum geht, dass das Bild „scharf“ sei, sondern auch darum, z.B. durch Erfahrung etwa die Arbeitssicherheit oder den reibungslosen Drehablauf zu gewährleisten. Im Prinzip ist die Aufgabe des Verbandes, Standards zu schaffen, richtig und essentiell, die an der ein oder anderen Stelle gegebenenfalls nachgebessert werden.
 
Frank Trautmann wies darauf hin, dass die Berufsgenossenschaft (BGETEM) und Frau Dr. Schnell (erstellt für den Verband ein wissenschaftliches Gutachten, um die Statusfeststellung zu erleichtern) im Gespräch mit dem BVFK feststellten, dass die Tätigkeit eines Kameramannes klar definiert werden muss, um endlich eine verlässliche sozialversicherungsrechtliche und steuerliche Einordnung zu gewährleisten. Bei der BVFK-Zertifizierung geht es nicht um gute oder schlechte Arbeit, sondern um professionelles oder unprofessionelles Handeln.


EINBLICK

Mehrwertsteuer: 7% jetzt auch von Pro7/ Sat.1 gefordert


In den letzten Tagen ist bei EB-Dienstleistern von Pro7/Sat.1 ein Schreiben eingegangen, das den ermäßigten Steuersatz von 7% zur Bedingung für weitere Aufträge macht. Dies ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar, denn die Festlegung des richtigen Steuersatzes obliegt dem Wohnsitzfinanzamt. Zwar beruft sich die Sendergruppe auf den bekannten Erlass des Finanzministeriums Schleswig Holstein vom 27.Juni 2011, dieser ist aber nur auf sogenannte „echte Auftragsproduktionen“ anwendbar.
 
Nach Rücksprache mit unserem Verbandsanwalt Michael Meyer-Davies der Rathauskanzlei Hamburg, müssen wir sagen, dass aufgrund der unklaren Rechtslage die Voraussetzung für die Anwendung des privilegierten Mehrwertsteuersatzes nicht sicher gegeben ist. Es besteht damit das Risiko einer späteren Andersbeurteilung durch die Finanzbehörden mit entsprechenden Nachzahlungsverpflichtungen in sehr großer und teils ruinöser Höhe.

Noch in dieser Woche geht ein Anschreiben unseres Anwalts an Pro7/ SAT1, das den juristischen Sachverhalt in unerreichter Klarheit darstellt. Der Inhalt dieses Schreibens darf als allgemeingültiges Statement des BVFK zur 7%-Problematik bei den Sendern verstanden werden und wird auch bei weiteren Sendern zur Anwendung kommen. I

Sowohl das Schreiben des Anwalts, als auch unsere Empfehlung für betroffene, die ein solches Schreiben vom Sender erhalten haben, findet ihr hier: http://www.bvfk.tv/service/dokumentenservice


Tendenz zur Forderung nach Arbeitnehmerüberlassung (AÜ)

Am 19.12.12, also noch im alten Jahr, rief der BVFK zu einer kurzfristig anberaumten Versammlung in Bremen zusammen. Der Hintergrund:

Das ZDF erzwingt von Firmen, die Ihre EB-Teams zum Einsatz bringen, künftig die Vorlage einer Arbeitnehmerüberlassungsgenehmigung (AÜG).

Meistens bestehen diese Teams aus dem Geschäftsführer selbst, sowie einem festangestellten Assistenten. Es handelt sich also um eine klassische EB Dienstleistung, bei denen gar keine Arbeitskraft entliehen, sondern ein Team gegen Teampreis angemietet wird. Trotz so begründeter Argumentation der Bremer Kollegen hält das ZDF an der Pflicht zur Vorlage dieser kostspieligen Genehmigung fest.

Auch Inhabern sogenannter Stabsverträge (Assistenten, Tonleute) wurde nahegelegt, sich künftig nur noch über Firmen mit AÜG beschäftigen zu lassen. Hintergrund ist wahrscheinlich die Forderung der KEF an das ZDF, Personalkosten in Höhe von 200 bis 300 Stellen in den nächsten Jahren einzusparen.

Der Trick: Teamkosten sind als Fremdkosten und nicht als Personalkosten im eigenen Haushalt sichtbar. Auch, wenn die realen Kosten höher sind, werden "scheinbar" Personalkosten gespart. Um dennoch günstig zu arbeiten,  werden Jahresverträge mit Produktionsfirmen abgeschlossen,  die größere Kontingente, aber zu noch schlechteren Konditionen bekommen.

Auch ist das ZDF in Mainz unter anderem der Auffassung, der Arbeitstag habe 10 Stunden exklusive 45 Minuten Pause. Diese Auffassung wird in den Anwesenden und dem BVFK nicht geteilt. Auf ihre Gagenvereinbarungen bestehend, wurde den Stabsverträglern vom ZDF eröffnet, sie würden künftig "einfach nicht mehr angefragt" um diese Umstellung zu erzwingen. Leider kommen die Kollegen, nach langen Dienstjahren in der Gagenstaffel aufgestiegen, dort nicht auf Ihren gewohnten Honorarlevel und verlieren dadurch deutlich Einkommen. Insgesamt zeichnet sich eine Tendenz zur Nachfrage nach der Arbeitnehmerüberlassungspraxis ab, um jeglichen Forderungen nach vernünftigen Arbeitsbedingungen aus dem Wege zu gehen.

Der BVFK wird versuchen, die Rechtslage zu klären und eine entsprechende Kontaktaufnahme mit dem ZDF angehen um einerseits die ZDF-Stabsverträgler zu schützen und um Wettbewerbsnachteile einzelner Firmen ohne AÜG abzuwenden.

Wenn ihr ähnlichen Forderungen gegenübersteht, meldet Euch bitte unter info@bvfk.tv, damit wir gemeinsame Initiativen koordiniert angehen können. Ein weiteres, gut bekanntes Thema bewegte die Bremer Kollegen und gab Grund zum regionalen Austausch am BVFK-TIsch.

Die Dispo des dort ansässigen Radio Bremen - Hauptdienstleiter Bremedia versucht gezielt, mit falschen  Informationen  Preisnachlässe zu erreichen. So wurden alle Anbieter aufgefordert, Ihre jetzt schon wenig rentablen Preise zu senken. Auch sollen Fahrzeugkosten als Freikilometer inkludiert werden. Hier heisst es unrichtig:  „…..das machen die anderen Firmen aber auch alle“. Hintergrund: In den letzten 30 Jahren stieg der Teampreis um rund 90 Euro. Die Einsatzzahl ging aber von 460 auf ca 160 pro Jahr zurück.

Die Bremedia streut die Aufträge inzwischen unter möglichst vielen Anbietern,  um mit der Vergabe Druck auf die Produktionsfirmen auszuüben. Diesen Druck können und wollen die Bremer Firmen nicht mehr mitmachen. Die Beteiligten beschliessen eine statistische Erhebung der Preisentwicklung von 1983 bis 2012 unter Berücksichtigung der Einsatzzahlen. Auch soll der Umfang eines sogenannten Standardequipments nach Muster anderer Regionen festgelegt werden, um ansteigende Inkludierungen von Equipment preislich zu überblicken.  

Künftig werden wir weiter verstärkt versuchen, auch an dezentralen Orten zur Stelle zu sein, um die Probleme der Kollegen zu gemeinsamen Interessen zu formen und mit Hilfe unseres Verbandes und seiner Berater zu vertreten.
Nach Bremen und Saarbrücken werden wir in weiteren Orten zu BVFK-Versammlungen aufrufen, wenn der Wunsch danach besteht..

AUSBLICK


Mitgliederversammlung 2013

In den letzten Tagen sollte bei allen Mitgliedern die Einladung zur Mitgliederversammlung am 11.02.2013 in Berlin eingegangen sein. Wichtigster Tagesordnungspunkt bei der MV ist die Wahl des Vorstandes. Bitte findet bis dahin in euren Regionen geeignete Vertreter, die für dieses Amt infrage kommen. Die wichtigsten Eigenschaften eines Vorstandes sind neben der Anerkennung durch die Kollegen in der Region, auch die Gabe, Menschen und Meinungen zu verknüpfen und die Fähigkeit und Bereitschaft zur Kommunikation. Alles Weitere kommt von selbst! Es ist ein verantwortungsvolles Amt, in dem man viel lernt.

Bereits mit der Einladung habt ihr auch den ersten Abstimmungsantrag erhalten. Wenn ihr ebenfalls Anträge zur Abstimmung einreichen wollt, tut das bitte zeitnah, damit nichts untergeht! Jeder Teilnehmer hat die Möglichkeit, durch Stimmrechtsübertragung 1+3 Stimmen abzugeben, also seine eigene und 3 weitere. Eine Abstimmung über die wichtigsten Themen des Verbandes sowie Vorstandswahlen kann nur vor Ort erfolgen.

Weitere Termine

04.02.2013:        BVFK-Treffen Süd im "Lohengrins", Cosimastr. 97, 81925 München
11.02.2013:        BVFK-Mitgliederversammlung in Berlin
12.02.2013:        BVFK-Treffen West
15.02.2013:        Optik-Workshop bei Chrosziel
04.03.2013:        BVFK-Treffen Süd im "Lohengrins", Cosimastr. 97, 81925 München
mit Info-Veranstaltung zum Thema "Steuer"

Fragen zum Newsletter oder zur Homepage?

Bei Fragen zum Newsletter oder zur Homepage wendet euch gerne an info(at)bvfk.tv. Wir sind immer dankbar für eure Vorschläge und Ideen.



Bundesverband der Fernsehkameraleute e.V.   Friedrichstraße  200    10117 Berlin
Telefon: +49 30 800 932 060 Telefax: +49 30 800 932 020 E-Mail: info(at)bvfk.tv

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