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Pressemitteilung vom 24.08.2026
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Pressemitteilung vom 24.08.2026

BVFK dankt Stadt Monschau und Feuerwehr für professionelle Zusammenarbeit mit Medien

Der Verband zieht nach mehrtägigem Waldbrandeinsatz positive Bilanz der Pressearbeit – Kritische Fragen gehören zum Journalismus, persönliche Auseinandersetzungen nicht

Berlin/Monschau, 24. August 2026 – Nach dem mehrtägigen Waldbrandeinsatz im deutsch-belgischen Grenzgebiet rund um Kalterherberg und das Hohe Venn zieht der BVFK eine positive Bilanz der Zusammenarbeit zwischen Medien, Stadt, Feuerwehr und Einsatzleitung. Gleichzeitig nimmt der Verband die Diskussion über den Umgang zwischen Medienvertretern und Einsatzverantwortlichen zum Anlass, für gegenseitigen Respekt und eine sachliche Auseinandersetzung zu werben.

Über mehrere Tage hinweg berichteten zahlreiche Journalistinnen und Journalisten unter schwierigen Bedingungen aus dem Umfeld des Waldbrandes. Gleichzeitig waren Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Behörden und Verwaltung mit einer dynamischen Einsatzlage konfrontiert, deren Entwicklung zeitweise nur schwer vorhersehbar war.

Nach den Erfahrungen der vor Ort tätigen Vertreter des BVFK standen Ansprechpartner für die Medien zur Verfügung, gesicherte Informationen wurden weitergegeben und journalistische Arbeit wurde unter Berücksichtigung der jeweiligen Sicherheitslage ermöglicht.

Sechs Tage Pressearbeit unmittelbar erlebt
Alexander Franz, 2. Vorsitzender des BVFK, war selbst journalistisch vor Ort und begleitete die Einsatzlage von Samstagnacht bis zum Ende des Einsatzes am Donnerstagabend

„Ich habe die Pressearbeit über mehrere Tage unmittelbar erlebt. Meine Erfahrung war eindeutig: Wir haben die Informationen bekommen, die zum jeweiligen Zeitpunkt gesichert vorlagen. Natürlich mussten auch wir auf eine Auskunft oder ein Statement einmal länger warten. Aber wir dürfen nicht vergessen, worüber wir hier sprechen: eine dynamische Waldbrandlage, bei der teilweise auch die Einsatzleitung zunächst selbst ein belastbares Lagebild herstellen musste“, sagt Franz.

Aus Sicht des BVFK muss deshalb zwischen einer tatsächlichen Behinderung journalistischer Arbeit und Wartezeiten oder Zugangsbeschränkungen unterschieden werden, die sich aus einer konkreten Gefahren- und Einsatzlage ergeben.

„Wenn eine Information noch nicht gesichert ist, kann sie auch nicht seriös an die Presse weitergegeben werden. Und wenn ein Einsatzleiter gerade operative Entscheidungen treffen muss, kann ein Interview warten. Daraus eine Einschränkung der Pressefreiheit abzuleiten, entspricht nicht meinen Erfahrungen während dieser sechs Tage“, so Franz.

Im Verlauf des Einsatzes wurden zudem feste Zeiten für Pressegespräche und Statements eingerichtet. Damit erhielten die anwesenden Medienvertreter regelmäßig die Möglichkeit, Fragen unmittelbar an die Verantwortlichen zu richten.
Die Unterstützung der Medien ging nach den Erfahrungen des BVFK darüber hinaus. Den vor Ort arbeitenden Journalistinnen und Journalisten wurden unter anderem ein Zelt mit Stromversorgung sowie Möglichkeiten für kurze Pausen zur Verfügung gestellt. Auch bei der Verpflegung wurden Medienvertreter unterstützt.

„Das ist bei einer Einsatzlage dieser Größenordnung keineswegs selbstverständlich. Die Einsatzkräfte waren selbst über Tage enorm gefordert und haben trotzdem versucht, auch für uns Medienschaffende vernünftige Arbeitsbedingungen zu schaffen. Dafür gebührt ihnen unser ausdrücklicher Dank“, sagt Franz.


Kritische Fragen gehören zur Pressefreiheit
Der BVFK betont zugleich ausdrücklich, dass kritische und auch unbequeme Fragen elementarer Bestandteil journalistischer Arbeit sind. Behörden, politische Verantwortliche und Einsatzleitungen müssen sich Fragen zu ihren Entscheidungen und ihrer Informationspolitik stellen.
Das gilt auch für die Frage, ob Medien rechtzeitig und ausreichend informiert wurden. Unterschiedliche Erfahrungen einzelner Journalistinnen und Journalisten müssen benannt und diskutiert werden können.
Der BVFK warnt jedoch davor, notwendige Sicherheitsmaßnahmen oder einsatzbedingte Verzögerungen bei der Beantwortung von Medienanfragen vorschnell mit einer Einschränkung der Pressefreiheit gleichzusetzen.
Pressefreiheit schützt kritische Berichterstattung und hartnäckiges Nachfragen. Sie entbindet Journalistinnen und Journalisten jedoch nicht von der Verantwortung für einen professionellen und respektvollen Umgang mit ihren Gesprächspartnern.

Persönliche Auseinandersetzungen haben auf einer Pressekonferenz keinen Platz
Anlass für diese Einordnung sind auch Auseinandersetzungen während einer Pressekonferenz im Verlauf des Waldbrandeinsatzes.
Vor laufenden Kameras entwickelte sich dort zwischen einem Medienvertreter und dem Leiter der Feuerwehr Monschau, Philipp Krüger, eine Diskussion über zuvor nicht zustande gekommene Interviewanfragen.
Krüger schilderte während der Pressekonferenz, dass er wiederholt kontaktiert worden sei und eine ihm gegenüber geäußerte Ankündigung von „Konsequenzen“ als Drohung empfunden habe. Der BVFK kann die vorausgegangene Kommunikation zwischen den Beteiligten nicht abschließend bewerten.
Unabhängig vom konkreten Einzelfall vertritt der Verband jedoch eine klare Position:
Persönliche Konflikte, Druck oder verbale Angriffe gegenüber Gesprächspartnern sind kein Ersatz für kritischen Journalismus.
Gerade bei einer Großschadenslage, in der zahlreiche Verantwortliche und insbesondere viele ehrenamtliche Einsatzkräfte über Tage an ihrer Belastungsgrenze arbeiten, ist ein professioneller Umgang miteinander erforderlich.
Das bedeutet ausdrücklich nicht, auf kritische Fragen zu verzichten. Im Gegenteil: Journalistinnen und Journalisten müssen nachfragen, widersprechen und Entscheidungen hinterfragen können. Entscheidend ist die Trennung zwischen journalistischer Hartnäckigkeit und einer persönlichen Auseinandersetzung.

Pressefreiheit und Einsatzsicherheit sind kein Widerspruch.
Der BVFK sieht Pressefreiheit und Einsatzsicherheit nicht als Gegensätze. Medien müssen auch bei außergewöhnlichen Einsatzlagen unabhängig berichten und das Handeln staatlicher Stellen kritisch begleiten können.
Gleichzeitig müssen Journalistinnen und Journalisten akzeptieren, dass eine Einsatzleitung bei einer unmittelbaren Gefahrenlage Bereiche sperren oder Auskünfte zurückstellen kann, solange Informationen noch nicht gesichert sind oder operative Aufgaben Vorrang haben.
Entscheidend sind nachvollziehbare Ansagen, verlässliche Ansprechpartner, transparente Kommunikation und gegenseitiger Respekt.
Nach den Erfahrungen der über mehrere Tage vor Ort tätigen BVFK-Vertreter waren diese Voraussetzungen während des Waldbrandeinsatzes im Raum Kalterherberg gegeben. Eine generelle Behinderung der Pressearbeit oder Einschränkung der Pressefreiheit konnte der BVFK vor Ort nicht feststellen.

Der BVFK bedankt sich ausdrücklich bei der Stadt Monschau, der Feuerwehr Monschau, der Einsatzleitung sowie allen beteiligten Einsatz- und Hilfskräften für die professionelle, offene und respektvolle Zusammenarbeit mit den Medien während der mehrtägigen Einsatzlage.

Über den BVFK
Der Bundesverband der Fernsehkameraleute e.V. (BVFK) vertritt die beruflichen, wirtschaftlichen und sozialen Interessen von Fernsehkameraleuten und weiteren Bildschaffenden in Deutschland.


Pressekontakt
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presse@bvfk.tv
Tel.: +49 30 208 47 64 50
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