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BVFK Newsletter – 11. September,ber 2026
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BVFK-Newsletter
11.09.2026

Zertifizierung für Kameraleute: Ein bewährtes Instrument gewinnt neue Bedeutung

Liebe Mitglieder,

aus aktuellem Anlass möchten wir heute noch einmal auf ein Projekt zurückblicken, dessen Start beim BVFK schon einige Jahre zurückliegt und für unseren Berufsstand aber nach wie vor von großer Bedeutung ist: die Zertifizierung für Kameraleute.

Im Jahr 2013 haben wir dieses Projekt mit viel Optimismus und einer großen Veranstaltung ins Leben gerufen und damals auch entsprechend gefeiert. Seitdem hat der BVFK zahlreiche Kamerafrauen und Kameramänner zertifiziert. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Zertifizierungen allerdings etwas ins Stocken geraten.



Das möchten wir zum Anlass nehmen, die Zertifizierung wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Denn wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass sie für unseren Berufsstand ein wichtiges Instrument ist – heute vielleicht sogar mehr denn je.
Informationen zur BVFK-Zertifizierung für Kameraleute

Von der Abgrenzung zur Evaluierung unseres Berufsbildes
Als wir die Zertifizierung 2013 eingeführt haben, stand zunächst auch ein Abgrenzungsgedanke im Vordergrund. Wir wollten deutlich machen, dass professionelle Fernsehkameratätigkeit eine eigenständige Qualifikation voraussetzt und nicht ohne Weiteres mit allgemeinen Tätigkeiten im Bereich Mediengestaltung oder Videoproduktion gleichgesetzt werden kann.
Auch die damalige Honorarsituation spielte dabei eine Rolle. Wenn immer mehr Tätigkeiten von Menschen angeboten werden, die über keine vergleichbare fachliche Qualifikation und Berufserfahrung verfügen, entsteht zwangsläufig ein Druck auf die gesamte Berufsgruppe – insbesondere auch auf die Vergütung.
Heute hat die Zertifizierung darüber hinaus eine noch wesentlich weitergehende Bedeutung.
Sie ist zu einem Instrument der Evaluierung und Beschreibung unseres Berufsbildes geworden.
Denn wir müssen uns in immer mehr Zusammenhängen die gleiche grundlegende Frage stellen:
Wer sind eigentlich Fernseh-Kameraleute? Was macht professionelle Kameratätigkeit aus? Welche Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten werden dafür benötigt? Welche Verantwortung trägt eine Kamerafrau oder ein Kameramann? Und worin unterscheidet sich diese Tätigkeit von anderen Tätigkeiten im Bereich Medienproduktion?
Diese Fragen sind längst nicht mehr nur für die Ausbildung oder die Berufsausübung relevant.

Unser Berufsbild ist Grundlage für viele Entscheidungen
Ob bei Verhandlungen über Honorare und Arbeitsbedingungen, bei Gesprächen über Gemeinsame Vergütungsregeln, bei urheberrechtlichen oder sozialrechtlichen Fragestellungen oder auch ganz praktisch bei Versicherungen und der Berufsgenossenschaft als Trägerin der gesetzlichen Unfallversicherung: Immer wieder müssen wir den Beruf und seine tatsächlichen Anforderungen nachvollziehbar beschreiben können.
Das Berufsbild ist deshalb keine theoretische Angelegenheit.
Es ist eine wesentliche Grundlage dafür, dass wir als Berufsverband überhaupt argumentieren können, wenn es um die angemessene Vergütung, die rechtliche Einordnung oder die gesellschaftliche und wirtschaftliche Stellung unseres Berufs geht.
Eine vereinbarte Vergütung nach BVFK-Standard für berufsmäßige Kameratätigkeit schafft nicht nur einen unmittelbaren Vorteil für die dort eingesetzten Kolleginnen und Kollegen. Sie liefert zugleich einen konkreten Referenzwert dafür, was professionelle Kameratätigkeit wirtschaftlich wert ist
Je klarer wir beschreiben können, welche Qualifikation, Verantwortung und Leistung hinter dieser Tätigkeit stehen, desto besser können wir diese Position auch in anderen Bereichen vertreten.
Die Zertifizierung ist deshalb ein Baustein, mit dem der Berufsverband die Professionalität unseres Berufs sichtbar und nachvollziehbar macht.

Neu hinzugekommen: das FiB-Siegel „Freiberuflich im BVFK“
Seit dem vergangenen Jahr kommt ein weiterer wichtiger Aspekt hinzu.
Im Rahmen unseres Projekts ProStatus können zertifizierte Kameraleute, die die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, das FiB-Siegel „Freiberuflich im BVFK“ erhalten.
Das FiB-Siegel steht für „Freiberuflich im BVFK“ und dokumentiert eine berufsständische Bewertung der freiberuflichen Tätigkeit. Es baut damit unmittelbar auf unserem Berufsbild und unseren beruflichen Standards auf.
Der BVFK prüft dabei nicht lediglich einzelne Angaben nach einem einfachen Punktesystem. Vielmehr wird die konkrete berufliche Situation umfassend betrachtet. Dazu gehören unter anderem die fachliche Qualifikation, die unternehmerische Verantwortung, die wirtschaftliche Organisation, das unternehmerische Risiko, die Tätigkeit für verschiedene Auftraggeber, eigene Arbeitsmittel und Technik sowie die eigenständige kreative und kaufmännische Entscheidungsfähigkeit.
Die Bewertung erfolgt im Rahmen unseres ausführlichen Sozialstatus-Checks und unter Einbeziehung der Erkenntnisse aus der sozialgerichtlichen Rechtsprechung.

Das FiB-Siegel ist dabei ausdrücklich keine behördliche oder gerichtliche Statusentscheidung. Es ersetzt insbesondere keine Entscheidung der Deutschen Rentenversicherung oder anderer zuständiger Stellen. Es ist vielmehr eine fachlich fundierte berufsständische Bewertung durch den Berufsverband.

Zertifizierte Kameraleute bekommen auch das FiB-Siegel
Damit bekommt die bereits seit 2013 bestehende Zertifizierung eine neue zusätzliche Bedeutung.
Sie beschreibt und dokumentiert die fachliche Professionalität unserer Berufsausübung. ProStatus ergänzt diese Ebene um die Frage, wie diese professionelle Tätigkeit als selbstständige Berufsausübung organisiert und ausgestaltet ist.
Das passt zu dem, was der BVFK seit seiner Gründung 2009 verfolgt: Wir wollen nicht nur Interessen vertreten, sondern unseren Berufsstand auch fachlich definieren und weiterentwickeln.
Das FiB-Siegel ist deshalb ein weiterer Baustein dieses Ansatzes. Es macht die Verbindung zwischen professionellem Berufsbild und professioneller freiberuflicher Tätigkeit sichtbar.
Eine entsprechende Pressemitteilung des BVFK zum FiB-Siegel wird in der kommenden Woche veröffentlicht. Wir werden damit auch außerhalb des Verbandes noch einmal ausführlicher über das Projekt und seine Bedeutung für unsere Mitglieder und Auftraggeber informieren.
Mehr Informationen zum Projekt ProStatus

Warum jetzt zertifizieren lassen?
Wir möchten unsere Mitglieder ausdrücklich ermutigen, sich mit der BVFK-Zertifizierung wieder stärker auseinanderzusetzen.
Gerade in einer Zeit, in der sich unser Beruf durch neue Technologien, KI, veränderte Produktionsbedingungen und zunehmenden wirtschaftlichen Druck stark verändert, brauchen wir ein klares und belastbares Verständnis davon, was professionelle Kameratätigkeit ausmacht.
Eine Zertifizierung macht diese Professionalität sichtbar.
Sie kann gegenüber Auftraggebern, Produktionsunternehmen und anderen Gesprächspartnern eine zusätzliche Orientierung bieten und ist gleichzeitig ein Bestandteil der berufsständischen Arbeit des BVFK.
Wir wollen deshalb die Zertifizierung wieder stärker beleben und auch prüfen, wie wir das Verfahren künftig noch besser mit unseren aktuellen Berufsstandards und dem ProStatus-Projekt verbinden können.
Denn eines ist klar: Je besser wir unseren eigenen Beruf beschreiben und definieren können, desto besser können wir ihn auch nach außen vertreten.
Weitere Fragen zur Zertifizierung bitte an: office@bvfk.tvTech Day Cologne – BVFK zu Gast bei Mediatec
Am 30. September lädt der BVFK zum Tech Day Cologne bei Mediatec ein.
Tech Day Cologne – BVFK zu Gast bei Mediatec

Technische Entwicklungen verändern unseren Berufsalltag in rasantem Tempo. Der Tech Day soll deshalb Gelegenheit geben, neue Technologien kennenzulernen, sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen und gemeinsam einen Blick darauf zu werfen, welche Entwicklungen für die professionelle Kamerapraxis relevant werden.
Wir freuen uns auf einen fachlichen und praxisnahen Tag und natürlich auf viele bekannte und neue Gesichter aus dem Kreis unserer Mitglieder.
Lichtdesign-Lehrgang in München: Zwei Tage praxisnahes Know-how
Der BVFK veranstaltet einen zweitägigen Lehrgang Lichtdesign am 29. und 30. Oktober 2026 gemeinsam mit dem technischen Partner Robe und weiteren Partnern bei Drehmoment in München.

Im Mittelpunkt stehen der Umgang mit Moving Lights, Lichtsteuerungen und das Zusammenspiel mit dem Pult-Operator. Ziel ist es, Licht nicht als Selbstzweck, sondern als gezieltes dramaturgisches Gestaltungsmittel einzusetzen – um Bildwirkung, Atmosphäre und Dynamik von Studio- und Eventproduktionen professionell zu gestalten.
Der Lehrgang vermittelt an zwei intensiven Praxistagen technisches und gestalterisches Know-how und richtet sich an Kolleginnen und Kollegen, die ihre Möglichkeiten im Bereich Lichtdesign erweitern möchten – im Studi, bei Events oder auch im szenischen Bereich.
Die erfolgreiche Teilnahme wird mit einem Zertifikat zum BVFK-Lichtdesigner bestätigt. BVFK-Mitglieder profitieren von einer vergünstigten Teilnahmegebühr.
Weitere Infos HIER.
Wir freuen uns auf zwei intensive Tage, die technisches Wissen mit visueller und dramaturgischer Gestaltung verbinden – und auf viele Kolleginnen und Kollegen, die Lust haben, Licht neu und gezielt einzusetzen.
Einreichungen für Dokumentarfilme: Euro Connection 2027
Zum Schluss noch ein Hinweis für diejenigen unter Euch, die auch im Bereich Dokumentarfilm arbeiten oder eigene Kurzfilmprojekte planen.
Die AG Kurzfilm – Bundesverband Deutscher Kurzfilm nimmt derzeit Einreichungen für die Euro Connection 2027 entgegen. Das europäische Koproduktionsforum in Clermont-Ferrand richtet sich an Produzentinnen und Produzenten, die ein Kurzfilmprojekt als internationale Koproduktion planen.
Für unsere Mitglieder könnte insbesondere der Bereich Dokumentarfilm interessant sein: Zugelassen sind Kurzfilmprojekte mit einer geplanten Laufzeit von maximal 30 Minuten, darunter auch kreative Dokumentarfilme. Voraussetzung ist unter anderem, dass bereits ein Teil der Finanzierung durch Drittmittel gesichert ist, das Projekt als internationale Koproduktion geplant ist und die Produktion nicht vor Juni 2027 beginnt. 
Die Einreichfrist endet am 20. Oktober 2026. 
Weitere Informationen und Einreichbedingungen bei der AG Kurzfilm

Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende

Euer BVFK






Bundesverband der Fernsehkameraleute e.V. (BVFK)
Geschäftsführender Vorstand:

Frank Trautmann, Alexander Franz, Jens Schade
Kantstr. 152, 10623 Berlin, Telefon +49-30-208 47 64 50
– www.bvfk.tv -- info@bvfk.tv

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