Reform des Statusfeststellungsverfahrens – Zwischen Durchbruch und neuen Risiken Die geplante Reform des Statusfeststellungsverfahrens war das dominierende Thema des Monats – sowohl intern im Vorstand als auch in der Kommunikation mit Mitgliedern und Partnerverbänden.
Der vorliegende Referentenentwurf bringt eine strukturelle Vereinfachung: Künftig sollen bereits zwei von vier Kriterien ausreichen, um unternehmerisches Handeln nachzuweisen – vorausgesetzt, ein Vertretungsrecht besteht. Viele zentrale Forderungen des BVFK spiegeln sich darin wider, insbesondere die stärkere Orientierung an der tatsächlichen Berufspraxis.
Gleichzeitig entsteht ein neues Spannungsfeld: Selbstständigkeit wird faktisch an eine verpflichtende Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung gekoppelt. Damit steht einer möglichen höheren Rechtssicherheit die Gefahr gegenüber, dass Selbstständigkeit wirtschaftlich stärker belastet wird.
Offene Fragen bestehen insbesondere bei: - der konkreten Ausgestaltung der Beitragspflichten - der Rolle von KSK-Mitgliedern - der praktischen Umsetzbarkeit der Vertretungsregel - sowie der fehlenden Verknüpfung zu realistischen Honoraren
Der BVFK arbeitet aktuell an einer eigenen Positionierung Diese stellen wir auf der Mitgliederversammlung nächste Woche vor. Anschließend stimmen wir uns mit den Partnerverbänden ab.
Klar ist: Das Verfahren ist noch offen – und bietet weiterhin Gestaltungsspielraum.EB-Teams im Fokus: Dossier schafft Klarheit Mit dem Dossier zum Status von Kameraassistent:innen und EB-Techniker:innen hat der BVFK ein zentrales Branchenthema fundiert aufgearbeitet. Kernbotschaft: Entscheidend ist nicht die Vertragsform, sondern die tatsächliche Tätigkeit. Daraus ergeben sich zwei klar unterscheidbare Modelle:
Abhängige Beschäftigung: rechtssicher, aber mit klar kalkulierbaren Lohnnebenkosten Selbstständigkeit: möglich, aber nur bei echter unternehmerischer Tätigkeit
Besonders deutlich wird ein strukturelles Problem: Viele aktuelle Teamhonorare bilden weder reale Arbeitgeberkosten noch tragfähige Selbstständigenkalkulationen ab. Das Dossier liefert damit nicht nur eine rechtliche Einordnung, sondern vor allem eine wirtschaftliche Orientierung für die Praxis.
Das Dossier liegt noch zur finalen Freigabe bei einem Rechtsanwalt und wird in Kürze auf der Website veröffentlicht.Honorar- und Statusgespräche Es gibt wieder einen aussichtsreiche Gesprächskanal zum Bayerischen Rundfunk. Auch mit anderen Produzenten und Auftraggebenden sind Gespräche über Honorar- und Statusfragen verabredet. Uns ist sehr bewusst, dass die wirtschaftliche Auftragssituation für uns derzeit auf einem Tiefpunkt ist. KI-Verwertung – ein strategisches Zukunftsthema Der April markiert eine deutliche inhaltliche Zuspitzung beim Thema Künstliche Intelligenz. Mit dem gestarteten KI-Verwertungsprojekt prüft der BVFK neue Modelle zur Nutzung und Monetarisierung von Bildmaterial für KI-Trainingszwecke. Parallel dazu werden die AGB umfassend überarbeitet, um Mitgliederrechte in diesem Bereich besser zu schützen.
Diskutiert werden unter anderem: - kontrollierte Bereitstellung von Material für KI-Anwendungen - mögliche Vergütungsmodelle (bis hin zu kollektiven Lösungen) - Integration von KI-Themen in bestehende Vertragswerke wie die GVR
Auch politisch zeichnen sich Entwicklungen ab, etwa in Richtung eines möglichen Direktvergütungsanspruchs für KI-Nutzungen. Der BVFK ist hier über verschiedene Netzwerke aktiv eingebunden. Flankiert wird das Thema durch gezielte Informationsangebote in Form von zwei interessanten online-Events mit Rechtsanwalt Tobias Sommer. https://www.bvfk.tv/news/veranstaltungen/
Im Mai startet wieder ein Lehrgang zum AI Cine Creator. Ihr könnt Euch noch anmelden unter office@bvfk.tv GVR-Verhandlungen mit Sportcast/DFL: Strukturierter Neustart Nach der Kündigung der GVR ist der BVFK im April in die Neuverhandlungen mit Sportcast und DFL gestartet. Zum Auftakt wurden die eigenen Ziele klar formuliert: - kurzfristige und deutliche Anhebung der Tageshonorare - strukturierte Weiterentwicklung des Vergütungssystems - Einbindung von Zukunftsthemen wie KI
Die Gegenseite signalisiert Gesprächsbereitschaft und setzt auf ein Vorgehen, was zunächst die Form und die „Spielregeln“ festlegt, bevor es dann konkret an die Zahlen geht. Der BVFK wird dabei ausdrücklich als zentraler Wunsch-Verhandlungspartner wahrgenommen. Die Ausgangslage wird insgesamt als stabil eingeschätzt, auch wenn Themen wie Repräsentanz und die Rolle anderer Marktakteure weiterhin eine strategische Rolle spielen.Mitgliederversammlung im Fokus der Verbandsarbeit Ein erheblicher Teil der Verbandsarbeit im April floss in die intensive Vorbereitung der Mitgliederversammlung am 5. Mai. Neben organisatorischen Fragen standen vor allem inhaltliche Themen im Mittelpunkt: - Positionierung zur SFV-Reform . Weiterentwicklung der Verbandsstrategie - Präsentation laufender Projekte (insbesondere KI)
Parallel wurden interne Strukturen geschärft, Unterlagen finalisiert und Beteiligungsformate vorbereitet.Ausbau von Kooperationen und Qualifizierung Auch im Bereich Netzwerk und Weiterbildung gab es wichtige Fortschritte: - mögliche Kooperation mit dem WDR zur Integration von Qualifizierungsangeboten (z. B. RSO) in die Ausbildung - Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem Erich Pommer Institut, insbesondere im Bereich KI - Neue Kontakte zur Sächsischen Filmakademie mit Perspektive auf gemeinsame Masterclass-Formate - weitere Termine mit BVFK-Seminaren zum Thema Berufsbild bei diversen Berufsschulen - Planung umfangreicher Workshops (u. a. „Hands On HDR“, Lichtdesign) mit neuen technischen Kooperationspartnern - Entwicklung von Unterweisungsstandards für Kamerabewegungssysteme für die BerufsgenossenschaftenNeue Kontakte im Bereich Bildrechte und Honorarsysteme Im Rahmen der Visuals Conference powered by PICTA in Hamburg war der BVFK erneut vor Ort präsent und konnte wichtige neue Kontakte innerhalb der Bild- und Rechtebranche knüpfen. Besonders relevant sind dabei erste Gespräche im Umfeld des Bundesverbands professioneller Bildanbieter (BVPA) sowie zu möglichen Kooperationen rund um die sogenannte MFM-Honorardatenbank („Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing“), die seit vielen Jahren als anerkannte Referenz für Bildhonorare dient. Gerade mit Blick auf die Themen KI-Verwertung, Lizenzierung, Urheberrecht und zukünftige Vergütungsmodelle ergeben sich hier spannende Perspektiven. Der intensive Austausch auf der Konferenz hat deutlich gemacht, dass viele Akteure der Bildbranche aktuell an vergleichbaren Fragestellungen arbeiten – insbesondere im Hinblick auf faire Vergütungssysteme, Rechtewahrnehmung und den Umgang mit KI-Trainingsdaten. Der BVFK sieht darin eine große Chance, eigene Positionen und Projekte strategisch weiterzuentwickeln und sich stärker mit relevanten Partnern aus den Bereichen Bildverwertung, Rechtevertretung und Honorargestaltung zu vernetzen..Der April war geprägt von grundlegenden Weichenstellungen: - politisch durch die SFV-Reform - wirtschaftlich perspektivisch durch diverse Verhandlungsoptionen - strategisch durch die Positionierung im Bereich KI - strukturell durch die Vorbereitung der Mitgliederversammlung
Der BVFK bewegt sich dabei klar zwischen Interessenvertretung, Marktgestaltung und Zukunftsentwicklung – mit dem Ziel, Selbstständigkeit langfristig rechtssicher und wirtschaftlich tragfähig zu gestalten.
Nun noch ein Hinweis auf unsere Online-Mitgliederversammlung 2026 am 5. Mai: Am Montag erhaltet Ihr die nötigen Unterlagen zur Einwahl und Abstimmungen. Tagesordnung und Anträge findet Ihr HIER. Wir hoffen auf hohe Beteiligung!
Herzliche Grüße und ein schönes sonniges Feiertagswochenende
Euer BVFKHier die Newsletter und die aktuellen Meldungen des letzten Monats.
Bundesverband der Fernsehkameraleute e.V. (BVFK) Geschäftsführender Vorstand: Frank Trautmann (1. Vorsitzender), Alexander Franz, Jens Schade Kantstr. 152, 10623 Berlin, Telefon +49-30-208 47 64 50 – www.bvfk.tv -- info@bvfk.tv
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