Martin Wunnike erklärt in der neuen Folge von „Sachlich richtig“ die oft überschätzte Rolle des Rundfunkrats und seinen begrenzten Einfluss.
Martin Wunnike bringt es in dieser Folge auf eine simple, aber treffende Formel: Der Rundfunkrat wird von der Öffentlichkeit massiv überschätzt. Während viele Bürgerinnen und Bürger in ihm eine Art unabhängiges Gericht sehen, das den öffentlich-rechtlichen Rundfunk streng beaufsichtigt und notfalls sanktioniert, sieht die Realität deutlich nüchterner aus.
Wunnike hat dafür ein anschauliches Bild entwickelt: ein Koordinatensystem mit zwei Achsen. Auf der einen Seite das Spektrum zwischen bedingungsloser Fan-Haltung und knallharter Gerichtsbarkeit, auf der anderen die Skala von blutigen Amateuren bis zu absoluten Medienprofis.
Das ernüchternde Ergebnis: Die meisten Rundfunkräte bewegen sich im Quadranten links unten – also eher dem Sender wohlgesonnen und eher medienfern. Die Öffentlichkeit hingegen erwartet genau das Gegenteil: Profis mit scharfen Schwertern. […]
Das Recht auf Sanktionen? Existiert im Grunde nicht. Der Rundfunkrat hat laut bayerischem Rundfunkgesetz lediglich Informations-, Beratungs- und Mitwirkungsrechte. Die wirklich scharfen Schwerter – Intendantenwahl, Genehmigung des Wirtschaftsplans, Absegnung von Führungspositionen – kommen selten zum Einsatz.
Im Programmbereich kann das Gremium Feedback geben, Redaktionsleiter einladen, unbequeme Fragen stellen. Aber rausschmeißen? Sanktionieren? Fehlanzeige. Und das, so Wunnike, ist womöglich auch gar nicht so falsch gedacht – denn 50 Menschen mit 50 verschiedenen Perspektiven per Abstimmung über journalistische Einzelentscheidungen urteilen zu lassen, wäre ebenfalls keine gute Lösung.
Quelle: DIMBB Medien










