24. April 2026

ARD legt Strategie für nicht-lineare Medienwelt vor

Die ARD will jüngere Zielgruppen im Digitalen besser erreichen. Laut einem neuen Strategiepapier will der Senderverbund für neue Angebote “Platz im Portfolio schaffen” und Mittel umschichten.

Die ARD will ihre Angebote auf eine von Künstlicher Intelligenz (KI) geprägte, nicht-lineare Medienwelt ausrichten. Der Senderverbund strebt an, “zum digitalen Zuhause der Menschen in Deutschland” zu werden, heißt es in der im März im Internet veröffentlichten neuen “ARD-Strategie”. Die ARD erwartet, dass Bewegtbild-Inhalte von allen Bevölkerungsgruppen bereits vor 2030 überwiegend nicht-linear genutzt werden. Dies werde perspektivisch auch für den Audiobereich gelten. Die jüngeren Zielgruppen seien bereits überwiegend im Digitalen unterwegs.

Daher hat sich die ARD bis 2030 drei zentrale Ziele gesetzt: eine stärkere Bindung zu möglichst allen Bevölkerungsgruppen, eine höhere Nutzung durch jüngere Zielgruppen und die Relevanz der Inhalte für das Gemeinwohl. Die Angebote sollen den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Meinungsbildung und den Diskurs stärken. Außerdem will die ARD den Ausbau von KI-Anwendungen forcieren. […]

Weil das Geld knapp sei, müssten dafür Mittel umgeschichtet werden, sagte MDR-Intendant Ralf Ludwig in der Online-Schalte. Ressourcen seien so einzusetzen, dass “keine Zielgruppe über- oder auch unterversorgt ist”. Zu identifizieren sei, wo es “ein Überangebot an programmlichen Dingen” gebe. Hier verwies Ludwig ausgerechnet auf eine öffentlich-rechtliche Kernkompetenz: “Ich nenne mal das Dokumentarische als Beispiel, wo wir dann schauen müssen, was können wir hier wegfallen lassen”, um Mittel umzuschichten.

Im Strategiepapier steht dazu: “Wenn Neues entsteht und Innovationen gefördert werden, muss konsequent Platz im Portfolio geschaffen werden.” […]

Künftig will die ARD ihrem Strategiepapier zufolge alle gemeinschaftlich finanzierten Angebote “nach verbindlichen Vorgaben” steuern. Ziel sei “eine komplementäre und synergetische Aufstellung”. Wie die Vorgaben und Kriterien lauten, wird nicht näher beschrieben. Eine ARD-Sprecherin sagte, daran werde derzeit noch gearbeitet. […]

Die Priorisierung eigener Portale umfasst für die ARD auch “zukünftige eigene KI-Agenten”, um die Bindung zu den Nutzenden auszubauen. Mit Blick auf die Künstliche Intelligenz will der Senderverbund seine bisherigen und künftigen Inhalte maschinenlesbar und nutzbar machen. So wolle die ARD “zum Anbieter für vertrauenswürdige Inhalte für KI-Anwendungen” werden.

https://medien.epd.de/article/4562

DIE ARD-STRATEGIE

https://www.ard.de/die-ard/organisation-der-ard/rechtsgrundlagen/ard-strategie-100.pdf

Hinweis der Redaktion I: Die Kinder (3 bis 13 Jahre) machen ca. 10 % der Bevölkerung aus. Bisher fließen in die Kinderangebote ca. 1 % des Beitragsaufkommen.

Hinweis der Redaktion II Die Zielgruppe der 14- bis 29-jährigen hat einen Anteil von ca. 20% an der Bevölkerung.

Hinweis der Redaktion III: Mit der zunehmenden Zentralisierung von Angeboten entwickelt sich die ARD zu einem zentral gesteuerten Unternehmen.

 

Quelle: DIMBB Medien

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