Alle probieren damit herum, kaum einer will offen darüber reden: Künstliche Intelligenz könnte verändern, wie Filme produziert werden – und wie wir sie erleben. […]
Künstliche Intelligenz könnte die Machtverhältnisse in der Filmbranche verändern, womöglich sogar das Verständnis dessen, was das ist, ein Film, eine Serie, eine Figur – geht das nun los? Einiges deutet darauf hin. […]
KI gilt vielen Menschen als das Ende echter Filmkunst. Zu Recht? […]
Enormer Druck ist im System. Allein im vergangenen Jahr wurde mehr als eine Viertelbillion Dollar in die KI-Entwicklung investiert, die Angst vor dem Platzen der Blase ist enorm. Entsprechend gering sind bei den KI-Konzernen die Hemmungen, alles zu plündern, woraus sich womöglich profitable Geschäftsmodelle stricken lassen. Zuerst waren Textanbieter dran, Blogs, Infoportale, Nachrichtenseiten – der Verdauungsprozess läuft. Und nun, da KI Bewegtbild kann, eben die Filmindustrie. […]
Dank Sora 2 könne jeder sehen, auch Führungskräfte in Filmfirmen, dass sich sogar mit kostenlosen Tools aus dem Internet täuschend echt aussehende Videos erzeugen lassen. Wobei die Technologie, professionell genutzt, natürlich noch deutlich mehr könne. […]
Es sei ein weitverbreiteter Irrtum zu glauben, KI-Filmproduktion bedeute, man drückt ein Knöpfchen, fertig. Es stimme auch nicht, dass zwangsläufig die Budgets sänken. Das Anliegen von Storybooks sei vielmehr, aus den bestehenden Budgets mehr herauszuholen, Szenen umzusetzen, die sonst aus den Drehbüchern geflogen wären. […]
Netflix hatte bereits fast 500 Patente mit KI-Bezug angemeldet. Bei Amazon waren es sogar schon mehr als 7000, verstreut über sämtliche Phasen der Filmproduktion, vom Drehbuchentwurf bis zur Postproduktion. Inzwischen baut Amazon ein eigenes Team für KI-Filmproduktion auf. […]
Wie viel sich mit KI sparen lasse, dazu hört man sehr unterschiedliche Zahlen. Die Rede ist davon, Budgets, je nach Projekt, um ein Viertel kürzen zu können, um die Hälfte, auf zwanzig Prozent. Und immer wieder die Hoffnung: auch bei kleinen Budgets bombastische Effekte produzieren zu können, mehr Fantasy, mehr Science-Fiction, mehr Hollywood-Kino, auch abseits von Hollywood. […]
Der Games-Chef von Netflix sagte kürzlich, das Ziel sei, die Art und Weise neu zu erfinden, wie Menschen „mit IP interagieren“, also mit bekannten Filmuniversen und Figuren. Schon seit Jahren träumen Manager in Hollywood von „dreidimensionalen“ Franchise-Welten, in denen ein Medium nahtlos ins nächste übergeht und jedes vom anderen kreative Impulse erhält, die möglichst die Fans kostenlos liefern. KI könnte der Schlüssel dafür sein, die Brücke zu schließen: zwischen Games und Film, linearen und von Nutzern erstellten Inhalten. […]
Mit der Übernahme von Warner Bros. Discovery bekäme Netflix Zugriff auf eine der größten und ältesten Filmbibliotheken Hollywoods. Bestes Trainingsmaterial. Beste Munition im KI-Krieg um die Zukunft des Geschäfts mit bewegten Bildern.
https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/kultur/film-ki-disney-netflix-amazon-e218189/
Quelle: DIMBB Medien







