Der Medienkonzern RTL Deutschland hat angekündigt, im Rahmen einer weitreichenden Neustrukturierung rund 600 Arbeitsplätze abzubauen. Die Entscheidung trifft Beschäftigte über alle Bereiche hinweg – von journalistischen Teams bis hin zu technischen Funktionen und Redaktionen.
RTL begründet die Maßnahme mit den tiefgreifenden Veränderungen im Medienmarkt und dem wirtschaftlichen Druck durch sinkende Werbeeinnahmen im linearen Fernsehen. Gleichzeitig will sich der Sender stärker auf das Streaminggeschäft rund um RTL+ konzentrieren.
Betroffene Bereiche: Journalismus und Technik sind stark betroffen
Aktuelle Berichte zeigen, dass insbesondere im Bereich RTL News rund 230 Stellen wegfallen sollen, während weitere journalistische Formate gestrichen oder zusammengelegt werden. Betroffen sind auch Redakteur:innen, Moderator:innen und Übertragungs-Techniker:innen.
Beliebte Magazine und Sendungen wie „Gala“ oder „Prominent“ werden eingestellt oder umgebaut – ein einschneidender Einschnitt im Programm und für die Kolleg:innen, die diese Formate über Jahre geprägt haben.
Strukturwandel darf nicht zu Lasten von Beschäftigten gehen
Der BVFK nimmt diese Entwicklungen mit großer Sorge zur Kenntnis. Ein Stellenabbau in diesem Umfang – gerade in einer Zeit, in der Medienproduktion und Live-Veranstaltungen weiterhin hohe Anforderungen an qualifizierte Fachkräfte stellen – ist für viele Betroffene existenzbedrohend.
Die Entscheidung von RTL geht nicht nur zulasten von Journalist:innen, sondern betrifft auch zahlreiche Kolleg:innen aus der technischen Produktion, Übertragungstechnik, Kamera und weiteren mediennahen Berufsfeldern. Dies ist nicht nur eine unternehmerische, sondern auch eine soziale Frage.
BVFK fordert: Verantwortung, Perspektiven und faire Übergangsregelungen
In diesem Kontext fordert der BVFK:
- Verantwortungsvolle Übergangsregelungen für die Beschäftigten, inklusive sozialverträglicher Abfindungen und Perspektiven für berufliche Weiterqualifizierung.
- Respekt und Anerkennung für journalistische und technische Expertise, die nicht leicht ersetzbar ist – gerade nicht durch kurzfristige Effizienzmaßnahmen.
- Eine zukunftsorientierte Personal- und Produktionsstrategie, die nicht allein auf Kosten von Beschäftigten umgesetzt wird.
- Dialogbereitschaft und transparente Kommunikation seitens der Sender und Entscheidungsträger.
Branche im tiefen Wandel – aber nicht ohne Menschen
Die Medienbranche befindet sich in einem strukturellen Wandel – stärkerer Wettbewerb, Digitalisierung und neue Nutzungsgewohnheiten zwingen auch große Sender zur Anpassung. Der BVFK erkennt diesen Wandel an. Gleichzeitig darf dieser Wandel nicht zulasten der beruflichen Existenz und der Arbeitsqualität von Medienschaffenden gehen.
Wir rufen dazu auf, diesen Abbau nicht als unvermeidbares Schicksal hinzunehmen, sondern als Anlass, gemeinsam mit Gewerkschaften, Betriebsräten, Berufsverbänden und politischen Akteur:innen tragfähige Lösungen zu entwickeln, die Beschäftigung, Qualität und Vielfalt sichern.








