“Radikal weiterentwickeln”: Schmitter über Streaming, Sky und Stellenabbau
2026 startete bei RTL Deutschland mit Restrukturierung, jetzt wartet man auf die EU: Stephan Schmitter über Ambitionen mit Sky, Stellenabbau bei stolzen Gewinnen, den Umbau des Unternehmens, KI im Reality-Einsatz, Fehler im Dschungelcamp und Raabs jüngsten Erfolg. […]
Bereits Anfang März haben wir in vielen Bereichen die neuen Strukturen implementiert und die Teams finden sich darin jeden Tag besser zurecht. Im Kern geht es darum, unser Haus, das sehr lange allein den linearen Erfolg im Fokus hatte, mit aller Konsequenz auf die Zukunft auszurichten. Und die heißt für uns ohne Wenn und Aber: Streaming. Deshalb haben wir uns von der bisherigen Kanallogik zwischen RTL, Vox, Nitro etc. verabschiedet und stellen ab sofort den Content in seiner Gesamtheit und die Consumer auf all unseren Plattformen in den Mittelpunkt unserer strategischen Ausrichtung. […]
Konkret bedeutet das, dass ein großes gemeinsames Team unabhängig vom Ausspielkanal den besten Content im jeweiligen Genre wie Entertainment, Sport, News, Filme, Serien erstellt und wir dann für jedes einzelne Format individuell entscheiden, welche Auswertungsstrategie für uns die erfolgreichste und somit wirtschaftlich beste ist. Ist das die Community hinter der Paywall bei RTL+ oder die breite lineare Masse auf RTL oder ist es vielleicht sogar sie Ausspielung im Rahmen einer Partnerschaft, auf Social Media oder auf einer Drittplattform? Für diesen neuen Fokus müssen nicht nur unsere Struktur, sondern auch unser gesamtes Mindset radikal weiterentwickeln. […]
RTL+ ist eines der größten Einzelinvestments in der Geschichte von Bertelsmann. Über viele Jahre wurde sehr viel Geld investiert, damit wir ein Geschäftsmodell im Streaming aufbauen können, eine echte Zukunft haben und im harten Wettbewerb mit US-amerikanischen Streaming Giganten bestehen. Dieses extrem starke Commitment haben unser Gesellschafter dann im vergangenen Jahr nochmal zusätzlich mit dem Kauf von Sky unterstrichen. […]
Es bringt uns ja keinen Schritt weiter, wenn wir im Contentbereich alles verändern, aber im Marketing alles so lassen wie es ist. Nehmen sie zum Beispiel unsere Data-Abteilung. Wenn wir zukünftig alles noch konsequenter auf Streaming ausrichten, dann brauchen wir dort mehr Data Engineers als Kolleg:innen, die die lineare Verlaufskurve vom Vorabend einordnen. Oder die Ad Alliance, die ihre Struktur nochmal stärker auf die konvergente Vermarktung ausrichtet, um unseren Kunden die bestmöglichen Kontaktchancen im Wettbewerb mit den Streamern zu ermöglichen. Oder die gemeinsame Morgensendung von RTL und ntv, die voraussichtlich im Juni starten wird und ganz andere redaktionelle Abläufe definiert. Wir stellen uns gerade komplett neu auf. […]
Alle drei Marken sind gesetzt, haben eine einzigartige und komplementäre Positionierung im Markt und Millionen Deutsche vertrauen ihnen täglich. In all den Krisen ein unschätzbarer Wert. Dabei spricht RTL Aktuell eine andere Zuschauerschaft an als ntv, das sich als Free-Produkt mit hoher Breaking News Kompetenz, wiederum von unserem Paid-Angebot Stern+ unterscheidet. Diese drei Marken definieren das breite, unabhängige Informationsangebot von RTL Deutschland, und die große journalistische und gesellschaftliche Verantwortung, die wir quer über alle Zielgruppen hinweg wahrnehmen.
Quelle: DIMBB Medien









