26. März 2026

Das Gejammer der Intendanten ist falsch

ARD und ZDF erwecken den Eindruck, die Politik zwinge sie zu üblen Programmstreichungen. Das ist Nonsens, das Angebot wird sogar größer. […]

Der novellierte Medienstaatsvertrag sieht vor, dass die ARD ab 1. Januar 2027 die Zahl der Hörfunkkanäle von 70 auf 53 reduziert. Gestrichen werden – von den Anstalten wohlgemerkt – ausgerechnet Kultur- und Infoangebote, die zum Kernauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gehören. Mit dem so eingesparten Geld werden, wie es in einer Pressemeldung heißt, anstelle der DAB+-Angebote unter anderem Webradio-Streams produziert. So wird die Reform wird zur Farce. […]

Alles, was die beiden öffentlich-rechtlichen Systeme der Öffentlichkeit in den vergangenen Wochen an Reformen so verkauft haben, als entspreche das einem eigenen Zukunftskonzept, schreibt der Staatsvertrag vor. Und alles, was nicht gefordert oder begrenzt ist, wird auch nicht in Angriff genommen, sondern eher weitet man aus, was nicht verboten ist. So mutiert eine notwendige Reform, wie bei den Audio-Angeboten, um die Belastung der Bürger in Grenzen zu halten, zu einer Expansion über andere Verbreitungswege, die neue Kosten verursacht. Es ist anscheinend vergebens, zu hoffen, dass beide Senderverbünde aus eigenem Willen Veränderungen anstreben, um ihre Akzeptanz in der Gesellschaft wieder zu erhöhen. Die Länder müssen sie diktieren. […]

Auf den aktuellen Reformstaatsvertrag muss schnell ein Update folgen. Gehen die Länder nicht in Vorlage, wird sich bei ARD und ZDF nichts bewegen.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/ard-und-zdf-gejammer-der-intendanten-ist-falsch-200666663.html

 

Quwllw DIMBB Medien

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