Bei der diesjährigen Verleihung der Academy Awards in Los Angeles am Sonntag, 15. März 2026, wurde Filmgeschichte geschrieben: Zum ersten Mal in der fast hundertjährigen Geschichte der Auszeichnung ging der Oscar für die beste Kamera (Best Cinematography) an eine Frau.
Die amerikanische Kamerafrau Autumn Durald Arkapaw erhielt die begehrte Trophäe für ihre Bildgestaltung im Film „Sinners“ von Regisseur Ryan Coogler. Damit durchbrach sie eine 98-jährige Reihe männlicher Preisträger in dieser Kategorie.
Durald Arkapaw, geboren 1979 in Kalifornien, studierte Kunstgeschichte an der Loyola Marymount University und anschließend Kamera am American Film Institute. Sie arbeitete zuvor unter anderem an internationalen Produktionen wie Black Panther: Wakanda Forever sowie an Serienprojekten und Musikvideos.
Für Sinners setzte sie eine Kombination aus IMAX-65mm-Film und Ultra-Panavision-70-Kameras ein – ein technisch anspruchsvolles Format, das dem Film seinen charakteristischen visuellen Stil verlieh.
Die Oscar-Verleihung selbst verlief ansonsten vergleichsweise arm an in dieser Zeit vielleicht angebrachten politischen Statements. Gerade deshalb wurde dieser Moment von vielen Beobachtern als starkes Signal zur richtigen Zeit wahrgenommen. In ihrer Dankesrede würdigte Durald Arkapaw ausdrücklich die Frauen der Branche und betonte, dass dieser Erfolg ohne ihre Unterstützung nicht möglich gewesen wäre.
Auch wenn es sich hier um Kinematografen des Kinofilms handelt – also um ein anderes Genre als die klassische Fernsehkameraarbeit – ist dieses Ereignis ein Zeichen für die gesamte Branche.
Der BVFK sieht darin ein wichtiges Signal für mehr Sichtbarkeit, Gleichberechtigung und Normalisierung in technischen Filmberufen.
Gerade in einem Berufsfeld, das historisch stark männlich geprägt war, kann diese Auszeichnung auch für Kameraleute im Fernsehen und für Kolleginnen und Kollegen in Europa und Deutschland ermutigend wirken.
Ein historischer Moment – und hoffentlich ein Schritt auf dem Weg zu mehr Selbstverständlichkeit und Vielfalt hinter der Kamera.







