6. Februar 2026

Neustart für die Filmförderung: Mehr Geld, neues Gesetz, neue Dynamik

Die Neuaufstellung der deutschen Filmförderung nimmt konkret Fahrt auf. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer spricht von einem „Durchbruch“ – und der hat es in sich. Ab dem kommenden Jahr soll das Förderbudget auf 250 Millionen Euro steigen und damit nahezu verdoppelt werden. Parallel dazu kündigt der Bund einen zeitnahen Entwurf für ein Investitionsverpflichtungsgesetz sowie eine breite Anhörung der Branche an.

Überraschend ist vor allem der politische Richtungswechsel. Ob es überhaupt ein Gesetz braucht, war zuletzt hoch umstritten – nicht nur zwischen SPD und CDU, sondern auch innerhalb der Branche. Während Teile der Produzenten ein verbindliches Gesetz forderten, setzten andere Verbände auf freiwillige Selbstverpflichtungen. Der nun eingeschlagene Kurs deutet klar in Richtung gesetzlicher Regelung.

Weimer selbst spricht von einem Aufbruchssignal: Die Reform sei der „Soundtrack zum Aufbruch“, der lange Stillstand in der Filmförderung sei innerhalb der ersten 100 Tage der Regierungsarbeit aufgelöst worden. Zugleich wird deutlich: Ein separates Steueranreizsystem dürfte damit vom Tisch sein. Stattdessen setzt die Bundesregierung auf eine Kombination aus erhöhter Förderquote von 30 Prozent und verpflichtenden Investitionen.

Kernpunkt der geplanten Regelung ist eine Investitionsverpflichtung von mindestens 8 Prozent des in Deutschland erzielten Netto-Umsatzes. Diese soll mit klaren Quoten verbunden werden: Ein Großteil der Mittel muss in neue europäische Werke fließen, der überwiegende Anteil an unabhängige Produktionsunternehmen gehen und ein hoher Prozentsatz in deutschsprachige oder kulturell geprägte Inhalte investiert werden. Europarechtlich bleibt die Investition allerdings nicht zwingend auf Deutschland beschränkt.

Noch handelt es sich um Eckpunkte – doch der Zeitplan ist ambitioniert. Ein Kabinettsbeschluss soll noch vor Ostern erfolgen. Spätestens dann soll auch die bislang gesperrte Verdoppelung der Filmfördermittel freigegeben werden. Für die Branche ist das vor allem eines: ein deutliches Signal von politischem Gestaltungswillen – und die Aussicht auf mehr Planungssicherheit nach Jahren des Wartens.

Quelle: Cine Arte

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