Wenn mir vor fünf Jahren jemand erzählt hätte, dass einer der größten ARD-Publikumshits näherer Zukunft eine düstere Crime-Serie ist, die sich mittendrin zum Vampir-Thriller formwandelt, hätte ich mein Gegenüber vermutlich für plemplem erklärt. Aber genau so ist es Anfang 2024 gekommen, und an diesem Freitag startet bereits die zweite Staffel des überraschenden ARD-Genre-Twists “Oderbruch”. […]
Die lineare Ausstrahlung eines Streaming-Inhalts erreicht das anvisierte Publikum nicht verspätet. Sie erreicht es gar nicht mehr. (Ob der Sendeplatz nach dem “Tatort” sich als Ausnahme eignet, wissen wir Montagfrüh.)
Bei der ARD argumentiert man, “Oderbruch” sei zwar “speziell für die Mediathek und eine jüngere Mystery-affine Zielgruppe konzipiert”. Aber: “Geeignete Produktionen strahlen wir zusätzlich im linearen Programm aus, um möglichst viele Menschen zu erreichen und das lineare Publikum für Highlights in der Mediathek zu begeistern. Manchmal komplett – manchmal nur mit 1-2 Folgen, um dann in die Mediathek zu verweisen.” Diese Mechanik nutze man auch im Dokumentarischen, zuletzt u.a. bei “Being Franziska van Almsick”.
Dabei sind lineares Fernsehen und Streaming nicht (mehr) dasselbe Medium in zwei Ausspielwegen – sie haben grundverschiedene Stärken. Und es wird allerhöchste Zeit, das nicht nur zu begreifen, sondern auch konsequenter umzusetzen.
Quelle: DIMBB Medien






