23. März 2026

Reformbedarf beim SR

Wenig Information, hohe Gehälter, keine Kontrolle: Der Reformbedarf beim SR

Wie alle ARD-Anstalten steht der SR unter enormem Reformdruck. Ziel: Für die 140 Millionen Euro Rundfunkbeitrag der Bürger muss er effizienter arbeiten. Was sich ändern muss, damit der SR seine Legitimation nicht ganz verliert und Vertrauen zurückgewinnt. […]

Der Aktuelle Bericht und die wenigen selbst produzierten TV-Angebote wirken wie „ein Kessel Buntes“. Soft-Themen und Unterhaltung sind Trumpf. Im Radio laufen sie als „Klangteppiche“ und „Stimmungsaufheller“ für das Bundesland mit den meisten Depressionskranken. Auch der reichweitenschwache SR2 fällt zuhörends der Leichtigkeit anheim. Insgesamt dürften etwa 80 Prozent der Mitarbeiter- und Finanzressourcen für triviale Unterhaltung draufgehen. Was SR1 und SR3 täglich an relevanten Informationen (ohne Wiederholungen, ohne Wetterberichte und Blitzermeldungen) senden, würde wohl gedruckt auf zwei Seiten der Saarbrücker Zeitung Platz finden. […]

Die ARD-Statistik nennt für die SR-Wellen 486.000 Hörer täglich. Im Vergleich: Der andere ARD-Kleinsender Radio Bremen erreicht 736.000 Hörer, weil er trotz des mächtigen NDR weit über Bremen hinaus gehört wird. RB hat also 50 Prozent mehr Hörer als der SR. Und: Erreicht dies mit etwa 20 Prozent weniger Personal. […]

Auch auf Social Media bietet der SR viel Unfug. Journalismus, der sich auf Facebook & Co austummelt, dort, wo alle irgendetwas ablassen und posten, ist Larifari. Larifari macht der SR aber schon mit seiner 20-Prozent-Beteiligung an Radio Salü, zum Verwechseln ähnlich mit SR1. […]

Das reduzierte Informations- und Bildungsangebot schlägt sich auch in der ARD-Statistik nieder. Danach hat der SR mit etwa 860 SR-Mitarbeitern (inklusive Anteil am Orchester und den Töchtern Werbefunk Saar und Globe TV) mit 22 Prozent das niedrigste Informationsniveau, gemessen mit dem Wortanteil an seiner gesamten Sendeleistung. Selbst die Redakteure des Kleinstsenders Radio Bremen, der inklusive Produktionsfirma Bremedia mit knapp 20 Prozent weniger Personal (700 Mitarbeitern) auskommt, bringen bei gleicher Sendeleistung 20 Prozent mehr Beiträge über die Mikros. Um auf den ARD-Durchschnitt zu kommen, müssten die SR-Reporter und Redakteure 60 Prozent mehr für die demokratische Grundversorgung im Saarland leisten. […]

Höchste Zeit, dass der Rechnungshof nach vielen Jahren in den Betrieb auf dem Halberg eingreift und die effiziente Kontrolle über die Verwendung von 140 Millionen Euro Rundfunkbeiträgen verlangt. Auch für den SR gelten die Grundsätze der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit. Der SR kann zurzeit nicht nachweisen, ob er sie erfüllt.

Es sind Zweifel angebracht, ob es mit der Leichtigkeit des Geldausgebens bald vorbei sein wird. Dafür ist der Auftrag an die Gutachter zu sehr eingeschränkt. Sie dürfen nicht analysieren, inwiefern der Sender sein Kerngeschäft „demokratische Grundversorgung des Landes“ umsetzt. Der Intendant, der für seine Wiederwahl keinen Ärger gebrauchen kann, und der übermächtige SR-Personalrat haben das so eingerichtet. So lange der SR aber das öffentliche Interesse auf Nebensächlichkeiten wie den Verkauf von Gebäuden lenkt, wird er keine Qualität und kein verlorenes Vertrauen zurückgewinnen.

https://www.saarlandinside.de/wenig-information-hohe-gehaelter-keine-kontrolle-der-reformbedarf-beim-sr/

Quelle: DIMBB Medien

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