21. März 2026

Verbände sind zerstritten: Die Synchronsprecher wollen den KI-Deal mit Netflix nicht

Die Schauspielgewerkschaft BFFS und der Verband deutscher Sprecher VDS sind über den KI-Deal, den der BFFS mit Netflix schloss, heillos zerstritten. Die Sprecher fürchten um ihre berufliche Existenz.

Bernhard Störkmann und Till Völger, die Geschäftsführer der Schauspielgewerkschaft BFFS, sind beleidigt. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass der Verband Deutscher Sprecher (VDS) den Vertrag, den sie im Sommer des vergangenen Jahres mit dem Streamer Netflix ausgehandelt haben, so vehement kritisiert. Dass der VDS auch noch eine Kanzlei einschaltet, die das Gutachten als rechtswidrig einordnet, geht den beiden zu weit.

Gestritten wird über Vertragsklauseln, die es Netflix erlauben, die Stimmen von Synchronsprechern für das Training einer Künstlichen Intelligenz zu verwenden und damit womöglich synthetische Stimmen zu erstellen. Viele Synchronsprecher sehen dadurch ihre berufliche Existenz gefährdet, nicht aber der BFFS: Die ausgehandelte Vergütungsregelung sei eine Errungenschaft für alle Synchronsprecher, basta. „Unser Rat an die Leute: geht arbeiten“, sagt Vögler. Wer nicht unterschreibe, verliere den Job und die Erfolgsvergütung. […]

Dass der Schauspielverband die VDS-Kollegen nicht mit ins Boot holte, war Absicht, erfahren wir. Warum einen weiteren Partner an den Tisch holen, der die Verhandlung erschwert und eine gegensätzliche Meinung hat? Der VDS, meint Stöckmann, sei seiner Pflicht nicht nachgekommen, sich um die Rechte der Sprecher zu kümmern. […]

Obwohl die Schauspielgewerkschaft mit ihren mehr als 4000 Mitgliedern der größere Verband ist (der VDS hat 696 Mitglieder), sind nur wenige davon Synchronsprecher. Der VDS hingegen, sagt Anna-Sophia Lumpe vom Vorstand, bündele die bekanntesten Stimmen der deutschen Synchronbranche. Im vergangenen Monat habe man mehr als 100 neue Mitglieder verzeichnet, die beim BFFS ausgetreten seien.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/verbaende-streiten-ueber-ki-deal-mit-netflix-110855626.html

Quelle. DIMBB Medien

 

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