5. Oktober 2026

Das Denken in Streamingformaten verändert auch den Fernsehjournalismus: vom Beitrag zur Dokuserie

Man sollte etwa nicht davon ausgehen, dass es auf Dauer folgenlos für die Wahrnehmung von Politik bleibt, wenn Politikjournalismus sich vor allem als Berichterstattung über Streit in der Koalition darstellt (Altpapier) – weil es beim Publikum “funktioniert”.

Oder wenn die allgemeine Empörungsbereitschaft, die in Social-Media-Plattformen einen perfekten Nährboden hat, auch zum journalistischen Maßstab wird. Oft genug ist sie nur Ausweis eines informationskapitalistischen Konsumbedürfnisses. […]

Man sollte etwa nicht davon ausgehen, dass es auf Dauer folgenlos für die Wahrnehmung von Politik bleibt, wenn Politikjournalismus sich vor allem als Berichterstattung über Streit in der Koalition darstellt (Altpapier) – weil es beim Publikum “funktioniert”.  […]

Unabhängig von diesem Einzelbeispiel verweist die Inflation der Dokuserien, ob über Sport-, Promi- oder Parteithemen, meines Erachtens auf ein Problem: Vermutlich war die Zahl der sechs- bis zehnminütigen Beiträge, die in politischen und Auslandsmagazinen bei ARD und ZDF zu sehen sind, nie geringer als 2025 und 2026. Dafür greift die Machart des Streamings zunehmend auf journalistische Themen über. Auch wenn einige der so entstandenen Serien sehenswert sind, sollten die Öffentlich-Rechtlichen bei ihren Versuchen, im Kampf ums Publikum mit den bisweilen effekthascherisch arbeitenden Streamingdiensten mitzuhalten, vielleicht nicht vergessen, dass Journalismus nicht wirklich netflixfähig ist. Wenn er das wäre, gäbe es viel mehr politischen Journalismus bei Netflix.

https://www.mdr.de/altpapier/das-altpapier-streaming-veraenderung-im-journalismus-amthor-empoerung-netflix-100.html

 


Quelle DIMBB Medien

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