Der Rechtehandel in der ARD steht vor einem Umbruch. WDR Mediagroup und Bavaria Media legen ihre Verwertungsaktivitäten zusammen. Doch das ist nur die Vorstufe für eine große Lösung. Welcher Deal dahintersteckt, hat Medieninsider recherchiert.
Es ist ein komplexes Unterfangen, das seit Monaten hinter den Kulissen in der ARD vorangetrieben wird. Dabei geht es um die kommerzielle Vermarktung und Verwertung von Fernsehinhalten des Senderverbunds, allen voran Fiktion, aber auch Dokumentationen oder Kinderprogramme – national wie international, für TV-Sender wie Streamingdienste.
Bei deutschsprachigen Produktionen kann der bisweilen sehr lokale Fokus den internationalen Vertrieb erschweren. Zudem können Synchronisation oder Untertitelung zusätzliche Kosten für ausländische Rechtekäufer verursachen. Doch nicht nur deswegen ist der Programmhandel in der ARD kein einfaches Geschäftsfeld – auch wenn es Exportschlager gibt. So läuft etwa die langjährige ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“ in mehr als 50 Ländern, zum Beispiel in Italien beim Sender Rete 4 als „Tempesta d’Amore“. Noch erfolgreicher ist der „Usedom-Krimi“, verkauft in 95 Länder, darunter die USA und Japan. […]
Bekannt wurde im Juli, dass WDR Mediagroup und Bavaria Media, beide national und international im Programmvertrieb aktiv, ihre Verwertungsaktivitäten zusammenführen wollen – unter dem Dach der ARD Plus GmbH, die bis dato im Alleinbesitz der WDR Mediagroup war. Das Bundeskartellamt gab für den Deal im August grünes Licht, der auch vorsieht, dass die Bavaria Media Minderheitsanteile an der ARD Plus übernimmt. Die Bavaria Media ist Teil der Bavaria Film, die WDR, SWR, BR und MDR über Tochterfirmen mehrheitlich gehört.
Quelle: DIMBB Medien






