Die zur PRG AG gehörende Produktionsdienstleisterin sieht unter den aktuellen Marktbedingungen keine wirtschaftliche Fortführungsperspektive mehr. Laufende Projekte sollen abgeschlossen werden.
Hamburg – Die Cinegate GmbH stellt ihren Geschäftsbetrieb vollständig ein und wird abgewickelt. Das haben Geschäftsführung und Gesellschafter nach eigenen Angaben nach intensiver wirtschaftlicher Prüfung beschlossen. Als Gründe nennt das Unternehmen rückläufige Projektvolumina, steigenden Wettbewerbsdruck, sinkende Margen und hohe Investitionskosten in der Film-, TV- und Werbeproduktionsbranche.
Bereits laufende Projekte sollen weiterhin betreut und wie vereinbart abgeschlossen werden. Geschäftsführer Mike Brockmann erklärte, die Entscheidung sei ihm und den Beteiligten nicht leichtgefallen. Unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen habe sich ein dauerhaft tragfähiger Weiterbetrieb jedoch nicht mehr dargestellt.
Marktbedingungen setzen Produktionsbranche unter Druck
In einem Telefonat schilderte Brockmann die Entwicklung als Folge grundlegender Veränderungen innerhalb der Branche. Das Gespräch führte Alexander Franz, zweiter Vorsitzender des BVFK. Einen einzelnen Auslöser für die Entscheidung gebe es nach Darstellung Brockmanns nicht. Vielmehr hätten sich Produktionsabläufe und wirtschaftliche Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren deutlich verändert.
Nach Darstellung der Geschäftsführung habe PRG die Entwicklung von Cinegate über längere Zeit analysiert. Dabei sei man zu dem Schluss gekommen, dass das bisherige Geschäftsmodell im Bereich TV- und Filmproduktion unter den aktuellen Marktbedingungen kaum noch wirtschaftlich tragfähig sei.
Vor allem hohe Technik- und Investitionskosten träfen auf ein spürbar gesunkenes Produktionsvolumen. Brockmann verwies in diesem Zusammenhang auf den jüngsten „Tatort“-Dreh in Leipzig, dessen Material am Morgen des Gesprächs verladen worden sei. Insgesamt sei die Zahl größerer Produktionen in vielen Bereichen der Branche rückläufig.
Zugleich verwies Brockmann auf steigenden Kostendruck sowie veränderte Anforderungen insbesondere im Fernseh- und Werbemarkt. Produktionen müssten heute deutlich schneller und günstiger umgesetzt werden als noch vor wenigen Jahren. Aus Sicht der Geschäftsführung lasse sich das unter den aktuellen Rahmenbedingungen für viele Unternehmen der Branche wirtschaftlich kaum noch dauerhaft darstellen.










