14. August 2026

MDR und die Wahl in Sachsen-Anhalt: Ganz lieb gefragt

Ulrich Siegmund könnte der erste AfD-Ministerpräsident in Deutschland werden. Der MDR, der dann bedroht wäre, spricht mit ihm übers Geschirrspülen, seine Kindheit und die Kaulitz-Brüder. Über Journalismus im Smalltalk-Modus. […]

Schwierige Situation im Podcaststudio des MDR. Da sitzt Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der Alternative für Deutschland in Sachsen-Anhalt, also ein Mann, der im MDR im Fall eines Wahlsiegs keinen Stein auf dem anderen lassen will. […]

Im MDR-Podcast „Deep Talk“, wo schon der Titel wie eine Drohung klingt, versucht es die Moderatorin mal so: „Wer räumt bei Ihnen zu Hause die Geschirrspülmaschine aus?“

Steht „Deep Talk“ drauf, ist „Small Talk“ drin. […]

Mit so einem Politiker ist kein Small Talk zu machen, denkt man, aber der MDR will das anscheinend ständig. Warum? Am Umgang mit der AfD sind schon viele Medien verzweifelt, die Hilflosigkeit des MDR ist angesichts der drohenden Umbaufantasien der AfD für den eigenen Sender besonders drastisch. Kann man dieser Partei in der Form eines klassischen Medienwahlkampfs überhaupt gerecht werden? Ein vom MDR eingeblendeter QR-Code mit Faktenchecks wird wohl nicht reichen. […]

In keinem der erwähnten Auftritte beim MDR thematisieren die Fragesteller, was Siegmund mit dem Sender vorhat. Womöglich, um dem Vorwurf auszuweichen, aus einer persönlichen Befangenheit zu streng mit der AfD zu sein. Ein bisschen strenger müsste es aber schon gehen. Denn zum Abschied sagt Ulrich Siegmund im MDR-„Deep Talk“-Podcast gut gelaunt zwei Sätze, die wirklich kein Journalist nach einem Interview hören will. „Nächstes Mal gern ausführlich.“ Und: „Hat Spaß gemacht.“

https://www.sueddeutsche.de/medien/ulrich-siegmund-afd-sachsen-anhalt-mdr-wahl-li.3529401

 

Quelle: DIMBB Medien

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