Nach sechs Tagen intensiver Berichterstattung über die Waldbrände im deutsch-belgischen Grenzgebiet zieht der BVFK eine positive Bilanz der Zusammenarbeit zwischen Medien, Feuerwehr und Stadt Monschau. Gerade unter den schwierigen Bedingungen einer dynamischen Einsatzlage zeigte sich, wie professionelle Pressearbeit und Einsatzsicherheit miteinander funktionieren können.
Monschau/Kalterherberg. Mehrere Tage lang bestimmten die Waldbrände im Hohen Venn und im deutsch-belgischen Grenzgebiet die Arbeit zahlreicher Einsatzkräfte und Medienvertreter. Auch Mitglieder und Vertreter des Bundesverbandes der Fernsehkameraleute e.V. (BVFK) begleiteten die Lage journalistisch.
Der BVFK möchte den Abschluss des Einsatzes zum Anlass nehmen, sich insbesondere bei der Feuerwehr Monschau, der Einsatzleitung, der Stadt Monschau sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern für die Zusammenarbeit mit den vor Ort tätigen Medien zu bedanken.
Trotz der enormen Belastung durch den mehrtägigen Einsatz standen Ansprechpartner für Journalistinnen und Journalisten zur Verfügung. Informationen wurden vermittelt und die Berichterstattung im Rahmen der jeweiligen Sicherheitslage ermöglicht.
Sicherheit und Pressefreiheit gehören zusammen
Bei einem Waldbrand dieser Größenordnung können nicht alle Einsatzbereiche jederzeit für Medienvertreter zugänglich sein. Brandentwicklung, Rauch, schwer zugängliches Gelände und laufende Löscharbeiten können kurzfristige Sicherheitsmaßnahmen erforderlich machen.
Aus Sicht des BVFK müssen solche notwendigen Sicherheitsmaßnahmen klar von einer Einschränkung journalistischer Arbeit unterschieden werden. Pressefreiheit bedeutet nicht, dass Medienvertreter unabhängig von einer konkreten Gefahrenlage Zugang zu jedem Bereich einer Einsatzstelle erhalten müssen.
Entscheidend sind transparente Kommunikation, verlässliche Ansprechpartner und die Möglichkeit, die journalistische Aufgabe unter Beachtung der Einsatzsicherheit wahrnehmen zu können.
Alexander Franz: „Eine ausgesprochen konstruktive Zusammenarbeit“
Alexander Franz, 2. Vorsitzender des BVFK, war als Journalist vom Beginn des Einsatzes an über mehrere Tage in Kalterherberg und im Umfeld der Waldbrände tätig.
„Wer sechs Tage lang unmittelbar an einer solchen Einsatzlage arbeitet, erlebt sehr genau, wie der Umgang zwischen Einsatzkräften und Medien tatsächlich funktioniert. Meine persönliche Erfahrung war von Offenheit, gegenseitigem Respekt und einer ausgesprochen konstruktiven Zusammenarbeit geprägt“, sagt Franz.
Besonders bemerkenswert sei gewesen, dass die Unterstützung nicht bei der reinen Informationsvermittlung endete.
„Es ist keineswegs selbstverständlich, unter solchen Bedingungen mit Verpflegung versorgt zu werden, jederzeit einen Rückzugsort für kurze Pausen zu haben und ein Zelt mit Stromversorgung zur Verfügung gestellt zu bekommen. Während die Einsatzkräfte selbst über Tage unter enormer Belastung standen, wurde trotzdem auch an die Arbeitsbedingungen der Medien gedacht. Dafür gebührt allen Beteiligten unser Dank“, so Franz.
Unterschiedliche Erfahrungen ernst nehmen
Während und nach dem Einsatz wurde öffentlich auch Kritik am Umgang mit Medien und an vermeintlichen Einschränkungen der Pressearbeit geäußert.
Der BVFK nimmt solche Kritik grundsätzlich ernst. Individuelle Erfahrungen von Journalistinnen und Journalisten können bei einer derart großen und dynamischen Einsatzlage unterschiedlich ausfallen.
Nach den Erfahrungen der über mehrere Tage vor Ort tätigen Vertreter des BVFK lässt sich jedoch keine generelle Behinderung der Pressearbeit oder Einschränkung der Pressefreiheit während des Einsatzes feststellen.
Gerade deshalb ist eine differenzierte Betrachtung wichtig: Berechtigte Kritik an der Pressearbeit von Behörden und Einsatzorganisationen muss möglich sein. Gleichzeitig sollten notwendige Maßnahmen zum Schutz von Einsatzkräften, Bevölkerung und Medienvertretern nicht vorschnell als Einschränkung der Pressefreiheit bewertet werden.
Respekt auf beiden Seiten
Großschadenslagen stellen nicht nur Feuerwehren und Behörden, sondern auch Journalistinnen und Journalisten vor besondere Herausforderungen. Professionelle Zusammenarbeit funktioniert dort, wo beide Seiten die Aufgaben und Grenzen des jeweils anderen respektieren.
Der Einsatz rund um Kalterherberg hat aus Sicht des BVFK gezeigt, dass genau dies auch unter außergewöhnlichen Bedingungen gelingen kann.
Der BVFK bedankt sich bei der Stadt Monschau, der Feuerwehr Monschau, der Einsatzleitung und allen Helferinnen und Helfern für die professionelle, offene und respektvolle Zusammenarbeit mit den Medien während der vergangenen Tage.
(BVFK)










