21. September 2026

Jan Böhmermann hört mit „ZDF Magazin Royale“ auf

Nach sechs Jahren und 187 Sendungen:

Jan Böhmermann wird zum Jahresende seine Satiresendung „ZDF Magazin Royale“ beenden. Gleichzeitig laufen bereits Gespräche zu einer möglichen neuen Show.

https://www.tagesspiegel.de/kultur/dpa-nach-sechs-jahren-und-187-sendungen-jan-bohmermann-hort-mit-zdf-magazin-royale-auf-16072431.html

TV-Satiriker plant neue Show: Jan Böhmermann macht Schluss mit seiner Sendung

Ende des Jahres will Jan Böhmermann mit seiner Late Night „ZDF Magazin Royale“ aufhören. Mit dem Sender wird bereits über ein neues Format gesprochen.

Nach mehr als sechs Jahren hört der Satiriker Jan Böhmermann zum Jahresende mit seiner Show „ZDF Magazin Royale“ auf. Das Magazin werde nach mehr als 187 Sendungen und zahlreichen Auszeichnungen, darunter der Grimme-Preis, der Deutsche Fernsehpreis und der Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis, in der bisherigen Form auslaufen, teilte das ZDF mit. Man befinde sich „aktuell in guten Gesprächen mit Jan Böhmermann zu einem möglichen neuen Show-Konzept“, hieß es weiter.

ZDF-Programmdirektorin Nadine Bilke sagte, man würde sich freuen, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Böhmermann fortzusetzen und „gemeinsam ein neues Show-Kapitel aufzuschlagen“.

https://taz.de/TV-Satiriker-plant-neue-Show/!6214631/

Mit dem „ZDF Magazin Royale“ ist es zum Jahresende vorbei. Jan Böhmermann wolle einmal etwas anderes machen, heißt es. Doch das ist wohl kaum der Grund. Vielleicht spielt ein Brief an den Intendanten eine Rolle.

Eines muss man dem ZDF lassen: Pressemitteilungen so formulieren, dass alles nach Friede, Freude, Eierkuchen aussieht, obwohl gerade die Hütte brennt, das können sie auf dem Mainzer Lerchenberg. […]

Satirische Kritik, auch scharfe, stecke er gern und selbstverständlich ein, schreibt der (echte) Anwalt Schertz dem ZDF-Intendanten Himmler; diese gehöre zu einer „offenen und pluralistischen Öffentlichkeit“. Was ihn irritiere, sei, dass hier „über das körperliche Merkmal eines Menschen Komik und Verachtung“ erzeugt werden sollten.

Eine solche Darstellung betreffe nicht nur ihn, sondern berühre auch die Würde des eingesetzten Schauspielers. Die körperliche Besonderheit eines Menschen werde „faktisch als negatives Merkmal instrumentalisiert“. Würden „körperliche Merkmale eines Menschen in einem öffentlich-rechtlichen Format dazu verwendet“, eine „andere Person lächerlich zu machen“, werde eine „Verbindung zwischen körperlicher Andersartigkeit und Lächerlichkeit hergestellt“, die aus seiner Sicht „mit dem Anspruch, zur Achtung und Gleichwertigkeit aller Menschen beizutragen“, nur schwer vereinbar sei.

Ob er eine solche Form der Darstellung für mit dem ZDF-Programmauftrag vereinbar halte, will der Anwalt Schertz von dem Intendanten Himmler wissen und teilt mit, dass er sich mit dem Gedanken trage, Programmbeschwerde einzureichen.

Hinzu komme, dass ihm Böhmermann in der Sendung etwas vorwerfe, was faktisch falsch sei. […]

Seine anwaltliche Interessenwahrnehmung, die für Böhmermann Anlass für die Herabwürdigung war, habe also ihre sachliche Berechtigung, schreibt Schertz und will schließlich wissen, ob all dies „dem besonderen journalistischen und programmlichen Anspruch gerecht wird, den das ZDF an sich selbst stellt.“

Mit einer Klage droht der Medienanwalt nicht, bittet den Intendanten jedoch, auf seinen Brief als alleiniger Programmverantwortlicher des ZDF persönlich zu entgegnen und dies nicht dem Justiziar zu überlassen – binnen zwei Wochen.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/warum-das-aus-fuer-boehmermann-im-zdf-wirklich-kommt-accg-201242368.html

War doch nur Spaß, oder?

Jan Böhmermann macht Schluss mit dem „ZDF Magazin Royale“. Eine einmalige Sendung im deutschen Fernsehen – und eine, die ihrem eigenen Anspruch nur selten gerecht werden konnte. […]

„Bis 2020 waren wir interventionistisch, subversiv und mit schwankender Lautstärke unterwegs“, sagte Jan Böhmermann dem Spiegel im vergangenen Jahr, „seither ist unser Ansatz eher, Inhalte und Themen intellektueller und journalistischer zu bearbeiten.“ Grundmotive würden sich „wiederholen“, sagte Böhmermann und sprach von „alten Mustern“. [….]

Das ZDF beschreibt die Sendung, die es nun schmucklos in einer Pressemitteilung verabschiedet, als „Mischung aus Satire und Investigation“. Das ist ein ziemliches Spannungsfeld. Die Satire weiß meistens schon vorher, dass sie treten will, und auch wohin, nämlich nach oben. Die Investigation muss erst einmal herausfinden, ob es überhaupt einen Grund zum Treten gibt, und dann meist vorsichtig die Beine in mehrere Richtungen strecken. […]

Wenn es Ärger gab, zog sich Böhmermann gern auf die Rolle des Comedians zurück. War doch nur Spaß. Nur passte diese Ausrede irgendwann nicht mehr ganz zu dem selbst gewählten Anspruch, Speerspitze des deutschen Investigativjournalismus zu sein. Spätestens in der jüngeren Vergangenheit, als kaum noch eine Ausgabe des „Magazin Royale“ nationale Aufmerksamkeit erzeugte, wurde das ziemlich deutlich. […]

Ja, wenn etwas halbwegs Überraschendes in Deutschland passierte, fragte zuverlässig jemand: Steckt Böhmermann dahinter? Schon länger nicht mehr, denn im ZDF-Hauptprogramm anzukommen, ist für jede Subversion ein Problem. Handwerkliche Fehler helfen dabei auch nicht. Vielleicht ist Jan Böhmermann eben nicht John Oliver. Und das ZDF nicht HBO.

https://www.sueddeutsche.de/medien/jan-boehmermann-zdf-magazin-royale-fernsehen-li.3550343

 

Quelle: DIMBB-Medien-News

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