8. Mai 2026

MDR gibt “Mima”-Produktion nach nur drei Jahren wieder ab

Man produzierte deutlich günstiger als der RBB, aber nun kann auch der MDR das “Mittagsmagazin” nicht mehr stemmen. Nach DWDL.de-Infos gibt der Sender die Produktion 2027 ab.

Die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am MDR-Standort in Leipzig sind am Donnerstag über die Pläne informiert worden.

https://www.dwdl.de/nachrichten/106418/mdr_gibt_mima_nach_rund_drei_jahren_schon_wieder_ab/

Gibt der MDR das „MiMa“ schon 2027 wieder ab?

2024 hatte der MDR das „Mittagsmagazin“ in ARD-Wochen vom RBB übernommen. Jetzt deutet sich ein erneuter Wechsel der Verantwortung an. Der MDR muss radikal am Programm sparen – eine direkte Folge politischer Entscheidungen, die immer mehr zulasten des Zuschauers gehen.

Beim MDR drückt der Schuh finanziell: Nachdem die Politik bisher eine Anhebung des Rundfunkbeitrags, die die KEF so empfohlen hatte, nicht umsetzt (eine Entscheidung, ob das rechtens ist, steht aus), muss der MDR im Programm an immer mehr Stellen kürzen. Wenige Tage alt ist die Meldung, dass „MDR um 2“, ein nachmittägliches Nachrichtenmagazin, vor dem Aus steht. Jetzt berichtet DWDL, dass der MDR im kommenden Jahr auch die erst kürzlich übernommene Produktion des „ARD Mittagsmagazins“, auf die man eigentlich sehr stolz war, weil so noch mehr ostdeutsche Positionen ins Hauptprogramm einfließen können, wieder abgeben will.

Entsprechende Gespräche über eine Abgabe des Magazins hat ein Sprecher des MDR auch bestätigt. Die Sendung soll trotzdem weiterlaufen. Offenbar gibt es beim NDR die Bereitschaft, die Sendung nach dem Ausscheiden des MDR weiterzuführen. Der NDR könnte mit der Produktion eine Lücke schließen, die sich anbahnt. Dort beheimatet ist bisher der Spartsender Tagesschau24, der ab kommendem Jahr nicht fortgeführt wird. Neuer öffentlich-rechtlicher Info- und Ereigniskanal wird bekanntlich Phoenix.

https://www.digitalfernsehen.de/news/inhalte/fernsehen/gibt-der-mdr-das-mima-schon-2027-wieder-ab-1179574/

Der MDR hatte sich vor einiger Zeit sehr darum bemüht, die Sendung nach Leipzig zu holen. Und tatsächlich gelang es, die Kosten der Produktion um rund die Hälfte im Vergleich zum RBB zu drücken. Rund drei Millionen Euro pro Jahr hat das “Mittagsmagazin” den Sender zuletzt gekostet. Der RBB zahlte in etwa zwar auch so viel, konnte damit aber nur eine Sendestunde füllen. Inzwischen hat das “Mima” eine Sendezeit von zwei Stunden. […]

Vom MDR heißt es dazu: “Der Norddeutsche Rundfunk hat Bereitschaft signalisiert, das MIMA ggf. zu übernehmen.” Nach BR, RBB und MDR wäre der NDR schon die vierte ARD-Anstalt innerhalb von rund zehn Jahren, die das Format produziert, nachdem es der jeweils vorherigen zu teuer wurde.

Auch der NDR bestätigt gegenüber DWDL.de, dass man die Bereitschaft signalisiert habe, 2027 das “Mima” vom MDR zu übernehmen […]

Durch die Ansiedlung der ARD-Ausgaben des “Mima” beim MDR in Leipzig machte der Senderverbund Ostdeutschland im Ersten deutlich sichtbarer. Ob das in der Form bei einer Produktion durch den NDR aufrechtzuerhalten wäre, ist fraglich. Dass nun ausgerechnet die ausgebliebene Erhöhung des Rundfunkbeitrags mitverantwortlich für das “Mima”-Aus in Leipzig ist, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Es waren allen voran die ostdeutschen Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt, die sich gegen die Erhöhung gestemmt haben. Dort wird auch immer besonders laut gefordert, ostdeutsche Perspektiven stärker im Ersten zu berücksichtigen.

https://www.dwdl.de/nachrichten/106418/mdr_gibt_mima_nach_rund_drei_jahren_schon_wieder_ab/

 

Quelle: DIMBB-Medien-News

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