10. August 2026

MDR: Schaut auf diesen Sender

In Mitteldeutschland wird gerade die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks entschieden. Die AfD will bei einem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt die Rundfunkverträge kündigen. Ein Besuch beim MDR, wo es um alles geht, was den Osten umtreibt. […]

Jetzt muss er, in dieser Art einzigartig in der ARD, sozusagen ein „Drittes Programm Ost“ machen – eines, das die Leute hier in ihrem ganz speziellen Lebensgefühl erreicht.  […]

Die Staatskanzlei in Magdeburg ist für den MDR schon lange die schwierigste Machtzentrale, übrigens auch für die ARD, das ZDF und das Deutschlandradio. Interessanterweise war es nämlich auch ganz ohne AfD-Regierung stets das Land Sachsen-Anhalt, das jede Beitragserhöhung für die Öffentlich-Rechtlichen blockierte, seit 2020 genauer gesagt. […]

Da verhandelte das Bundesverfassungsgericht die Klage von ARD und ZDF gegen die Blockade bei der Beitragserhöhung.

Was auffiel: Für die Länder redete Magdeburgs Chef-Rundfunkpolitiker Rainer Robra (CDU), die ARD-Sender schickten den MDR-Intendanten Ralf Ludwig vor. Es war, als würden die Zukunftsfragen der gesamten deutschen Rundfunkpolitik in Mitteldeutschland ausgetragen, und genau so ist es. Was auch stimmt: Der MDR muss aushalten, dass an ihm gerade die elementaren Fragen des gesamten Ostens ausgetragen werden. […]

Sicher ist, dass sie es beim Mitteldeutschen Rundfunk mit einer sehr wach machenden Engführung von Populismus und politischer Macht zu tun haben. […]

Im „wahrscheinlich spannendsten Berichtsgebiet Deutschlands“ (Lochthofen) ist die Bevölkerungsentwicklung mit Ausnahme der hippen Stadt Leipzig „stark degressiv“. Das wirkt sich auf die Zahl der Beitragszahler aus und damit auf die Senderfinanzen. Dabei war der MDR lange Zeit reich. […]

Unter Handlungsfähigkeit wird im MDR in diesem Wahljahr aus gutem Grund hauptsächlich verstanden: Aktuelles im eigenen Berichtsgebiet. […]

Gleichzeitig zur Geldnot gibt es eben dieses Funkhaus in Halle, das der MDR in dieser Größe mit all seinen tropischen Pflanzen nicht braucht, schon gar nicht so nahe dran an der Zentrale in der hippen Leipziger Südstadt. Das kritisiert auch die KEF, die über Effizienz im Rundfunk wacht. […]

Mit den Worten von Boris Lochthofen: Man müsse „das komplexe Gefüge MDR“ eben bewegen und reformieren in einem Umfeld von, er sagt tatsächlich: „politischen Stakeholdern, bei gleichzeitiger Effizienzerwartung der Beitragszahler“.

https://www.sueddeutsche.de/medien/mdr-wahl-afd-tatort-polizeiruf-sachsen-anhalt-ostdeutschland-li.3515749

 

Quwllw DIMBB Medien

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