1. Juli 2026

Was die Generation Hoffnung vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk erwartet

Kaum eine Frage wird mir als junge Journalistin so oft gestellt wie diese: Wie erreicht der Journalismus eigentlich noch junge Menschen? Es ist eine wichtige Frage, denn es geht um die Zukunft. Die Zukunft unserer Branche und die Zukunft unserer Demokratie. […]

Aber der erste Kontakt mit Nachrichten entsteht eben meistens im Netz. Deshalb setzen wir in der Tagesschau-Redaktion viel daran, Nachrichten für Social Media aufzubereiten. Das bedeutet, Inhalte konsequent anders zu erzählen. Innerhalb weniger Sekunden klarzumachen: Was ist gerade passiert? Warum ist dieses Thema wichtig? Und was bedeutet das für mich? Wir arbeiten mit kurzen Einstiegen, visuellen Erklärungen, Grafiken, Untertiteln und vor allem: verständlicher Sprache. Wenn ich ein Skript schreibe, frage ich mich immer: Wie würde ich es meiner besten Freundin erzählen? Statt nur zu berichten, versuchen wir zu erklären und einzuordnen. Warum steigt der Benzinpreis? Wie funktioniert eigentlich ein Haushalt? Was genau bedeutet eine Waffenlieferung politisch? […]

Aber aus der Perspektive vieler junger Menschen wirkt der öffentlich-rechtliche Rundfunk manchmal eben einfach: träge. Zu langsam beim Experimentieren. Zu vorsichtig bei neuen Formaten. Zu weit entfernt von den Orten, an denen junge Menschen täglich Informationen konsumieren. Die junge Generation hat sich vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht abgewandt. Oft hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk einfach zu lange gebraucht, um sich ihr zuzuwenden. […]

Denn ja, wir wollen informieren, aber ein bisschen Unterhaltung darf auch nicht fehlen. Und ja, dabei kann auch mal ein tagesschau-Post oder ein funk-Format zu weit gehen. Wer sich was traut, liegt auch mal falsch. Aber wer nichts wagt, hat sowieso schon verloren. […]

Junge Menschen suchen nach Halt nach Quellen, denen sie vertrauen können. Und genau deshalb – das ist die gute Nachricht – wird vertrauenswürdiger Journalismus nicht weniger wichtig – sondern immer wichtiger.

Mein Eindruck ist, dass viele dieser Dinge inzwischen bei den meisten, wenn auch nicht bei allen Entscheiderinnen und Entscheidern in der ARD angekommen sind.

https://www.ard.de/historische-kommission/newsletter/keynote-amelie-marie-weber-100.html

 

Quelle_ DIMBB Media

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