22. Oktober 2026

Pro7Sat.1: “Wer etwas verändern will, muss auch Veränderungen vornehmen”

Ein Jahr nach dem Führungswechsel bei ProSiebenSat.1 sprach CEO Marco Giordani zum Auftakt der 40. Medientage München über Strategie, europäische Synergien, den Wettbewerb mit den US-Plattformen und die Sky-Übernahme durch RTL. Letztere könne für ProSiebenSat.1 sogar von Vorteil sein. […]

Die derzeitige Atmosphäre im eigenen Unternehmen beschreibt Giordani als „ausgesprochen tatkräftig“. Man verfüge über ein starkes Führungsteam, kenne die Herausforderungen und wisse, wohin die Reise gehen solle. Dass angesichts der schwierigen Marktlage Druck auf dem Unternehmen laste, räumte er ein. Entscheidend sei aber, dass inzwischen Klarheit über die strategische Ausrichtung herrsche: Der Fokus liege auf dem Mediengeschäft. „Wir werden liefern“, versprach Giordani.

Darin sieht er auch den wesentlichen Unterschied zur Vergangenheit. Mit MFE habe ProSiebenSat.1 nun einen langfristig orientierten Medienkonzern als bestimmenden Aktionär. Das habe die Prioritäten verändert. Geschäftsbereiche außerhalb des Kerngeschäfts seien nachrangig geworden, seit Monaten wird Stück für Stück verkauft, was nicht zum Kerngeschäft Entertainment gehört. So sollen zusätzliche Mittel für Investitionen in das Mediengeschäft gewonnen werden. […]

Für das Publikum soll sich die Neuausrichtung vor allem durch einen stärkeren Fokus auf Inhalte bemerkbar machen. Eine Plattitüde, der keinerlei konkretere Aussage folgte. Giordani betonte stattdessen, dass sich der Erfolg von ProSiebenSat.1 künftig nicht allein an den Reichweiten des linearen Fernsehens messen lasse. Ebenso wichtig seien die Leistungen im Digitalgeschäft und insbesondere beim Streaming, also Joyn. […]

Eine zentrale Rolle der neuen Strategie sei die stärkere europäische Verzahnung innerhalb der MFE-Gruppe. Nach Giordanis Darstellung denken inzwischen sämtliche Unternehmensbereiche zunehmend europäisch. Besonders deutlich werde das bei der Technologie: Durch die größere Reichweite der Gruppe ließen sich Kosten teilen und bessere technische Lösungen einsetzen.

Konkret kündigte Giordani an, dass im ersten Quartal des kommenden Jahres in allen fünf Ländern, in denen MFE aktiv ist, dieselbe Streaming-Technologie zum Einsatz kommen solle. […]

Für Giordani steht fest: Die entscheidende Auseinandersetzung finde nicht mehr zwischen deutschen TV-Konzernen statt, sondern im Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Werbegelder mit den globalen Plattformen.

https://www.dwdl.de/nachrichten/108289/wer_etwas_veraendern_will_muss_auch_veraenderungen_vornehmen/

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