Das Staatsministerium für Kultur und Medien tritt vor allem in kulturellen Angelegenheiten auf den Plan. Unter Kultur- und Medienstaatsminister Wolfram Weimer haben aber auch die Medienthemen Konjunktur: Plattformregulierung, Filmförderung und die Sorge um die Pressevielfalt stellen den parteilosen Politiker vor vielfältige Herausforderungen. Der frühere Verleger und Chefredakteur nimmt diese gerne und mit Verve an, auch wenn vieles weiter eher “Work in Progress” ist. Im Interview mit dem KNA-Mediendienst spricht Weimer über den aktuellen Stand der Dinge. […]
KNA-Mediendienst: Ist das Steueranreizmodell damit endgültig vom Tisch?
Weimer: Ja, das ist vom Tisch, denn es war nie ein Steueranreizmodell. Schon der Begriff ist falsch. Es war eine Vorabsubvention, die nicht mal gedeckelt sein sollte. Die Idee war: Wenn du einen Film planst, kannst du ganz offen in die Staatskasse greifen und dir einen bestimmten Anteil von vornherein finanzieren lassen. Ein wirkliches Steueranreizmodell wäre aber, dass man nach einer Produktion hinterher etwas absetzen kann. Aber so war das nie gedacht – daher war es auch nie realistisch, dass so etwas kommt. […]
KNA-Mediendienst: Beim Film unterstützt der Staat in Millionenhöhe und direkt, bei der Presse- und Journalismusförderung hält er sich dagegen sehr bedeckt – oder kommt da auch noch was?
Weimer: Der Staat hält sich da aus gutem Grund bedeckt, weil der Journalismus von allen staatlichen Eingriffen – und seien sie auch das süße Brot einer finanziellen Unterstützung – möglichst freigehalten werden muss. Wir haben hier mit unserem gewaltigen öffentlich-rechtlichen System eine Zwischenform gefunden, und die funktioniert auch. Direkte Unterstützung beispielsweise für Presseverlage halte ich auch ordnungspolitisch für falsch.
Quelle: DIMBB Medien








